Nur 10 Euro pro Monat
Neuer Anbieter greift Telekom mit Billigtarif an
05.10.2026 – 13:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Kommende Woche soll mit Simsalasim ein Mobilfunkanbieter starten, der menschliche Mitarbeiter durch KI ersetzt. Der Gründer des Dienstes ist kein Unbekannter.
Kommende Woche soll der Mobilfunkanbieter Simsalasim von Unternehmer und Xing-Gründer Lars Hinrichs starten. Geplant ist ein Tarif für zehn Euro im Monat mit unbegrenztem Datenvolumen in rund 100 Ländern sowie Telefonie und SMS in etwa 50 Ländern, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet. Das Unternehmen will dabei fast ohne eigenes Personal auskommen und zahlreiche Prozesse mit künstlicher Intelligenz steuern.
„Es ist ein kompletter Angriff auf die Telekom, Vodafone und viele, viele andere“, sagt Hinrichs über Simsalasim. Bis vor eineinhalb Jahren saß er selbst im Aufsichtsrat der Telekom.
Nutzung des Telefónica-Netzes
Ein eigenes Mobilfunknetz betreibt Simsalasim nicht. Das Unternehmen tritt als virtueller Netzbetreiber auf und nutzt in Deutschland die Infrastruktur von Telefónica, wie Brancheninsider bestätigten. Die Bundesnetzagentur hat Simsalasim bereits den Rufnummernblock 015333 zugeteilt. Das Unternehmen soll seine Tarife nur per eSIM anbieten.
Im Gespräch sollen Kunden einen KI-Assistenten aufrufen können, der währenddessen weitere Teilnehmer hinzuschalten, Gespräche mitschreiben oder übersetzen kann. Auch Eltern sollen über die App kontrollieren können, was ihre Kinder mit dem Handy tun.
Zwei Dutzend Mitarbeiter statt Hunderte Angestellte
Simsalasim beschäftigt derzeit etwa zwei Dutzend Mitarbeiter. Hinrichs lasse nach eigenen Angaben nicht nur die Softwareentwicklung, sondern auch Abrechnung, Marketing und Kundenservice weitgehend von künstlicher Intelligenz erledigen. Für die Nutzung von KI-Diensten zahle er knapp 80.000 Euro im Monat, heißt es.
Hinrichs gründete 2003 das Netzwerk OpenBC, aus dem später Xing wurde. 2006 brachte er das Unternehmen an die Börse, 2009 verkaufte er einen Anteil von 25,1 Prozent für 48 Millionen Euro an den Burda-Verlag.
Nach weiteren unternehmerischen Projekten, darunter die Investmentplattform HackFwd sowie Vorhaben in der betrieblichen Altersvorsorge und im Immobilienbereich, saß er von Oktober 2013 bis April 2025 im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom.
