Günstigere Mieten gefordert

Wohnungsnot am Gardasee könnte Folgen für Touristen haben


14.05.2026 – 16:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Die italienische Gemeinde Desenzano: Ferienwohnungen könnten demnächst knapp werden. (Quelle: Topdeq via imago-images.de/imago)

Auch am Gardasee mangelt es zunehmend an bezahlbarem Wohnraum. Nun werden Maßnahmen gefordert, mit denen gegengesteuert werden kann. Auch Touristen dürften das zu spüren bekommen.

Steigende Mieten und knapper Wohnraum beschäftigen inzwischen auch viele Städte am Gardasee. In der Gemeinde Desenzano del Garda fordert die Opposition jetzt konkrete Maßnahmen gegen die zunehmende Wohnungsnot. Im ersten Schritt plant sie, die Stadt in die Liste der Kommunen mit hoher Wohnungsanspannung aufnehmen zu lassen. Durch diese Eintragung wären günstigere Mietmodelle möglich und die Eigennutzung für die Einwohner steuerlich attraktiver als die Vermietung an Touristen.

Vereinbarte Gebühren für Mietwohnungen

Konkret geht es um die sogenannte Alta Tensione Abitativa (ATA) – also Gemeinden mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt. Würde Desenzano in diese Liste aufgenommen, könnten Vermieter bei „canone concordato“-Verträgen (auf Deutsch: vereinbarte Gebühr) von einer deutlich niedrigeren Pauschalsteuer profitieren. Diese sogenannte „cedolare secca“ ist eine besondere Besteuerung für Mietverträge, sie würde dann nur noch zehn Prozent betragen.

Verträge mit vereinbarten Gebühren sehen vor, dass Vermieter ihre Wohnungen zu festgelegten, günstigeren Konditionen vermieten. Die Opposition erhofft sich davon mehr bezahlbaren Wohnraum und langfristig stabilere Mietpreise für Einwohner der Stadt.

Hintergrund des Vorschlags

Nach Ansicht der Antragsteller hat sich die Wohnsituation in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Vor allem für Einheimische werde es zunehmend schwieriger, bezahlbare Wohnungen zu finden. Die Opposition hofft deshalb auf eine parteiübergreifende Unterstützung der Initiative.

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„Wir fordern die Stadt auf, sich aktiv gegenüber Region und Regierung einzusetzen, damit die angespannte Wohnsituation offiziell anerkannt wird“, erklärte Stefano Terzi laut der italienischen Zeitung „Gardatoday“. Seine Kollegin Maria Vittoria Papa betonte, dass günstigere Mietverträge helfen könnten, den Wohnungsmarkt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Stadt auch für Bewohner dauerhaft lebenswert zu halten.

Noch ist nicht bekannt, ob die Stadt tatsächlich in die Liste der Gemeinden mit hoher Wohnungsanspannung aufgenommen wird. Sollte es dazu kommen, könnte das Angebot an Ferienwohnungen für Touristen spürbar zurückgehen.

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