München sprengt alle Vorstellungen
26,5 Millionen Euro für eine einzige Wohnung
11.06.2026 – 04:37 UhrLesedauer: 2 Min.
München bricht seinen eigenen Rekord: Eine Neubauwohnung wurde 2025 für 26,5 Millionen Euro verkauft. Was der Gutachterausschuss noch enthüllt.
Der Münchner Immobilienmarkt hat einen neuen Superlativ: 26,5 Millionen Euro zahlte ein Käufer im vergangenen Jahr für eine Neubauwohnung in der Innenstadt – 515 Quadratmeter, 51.450 Euro pro Quadratmeter. Kein Apartment hat in München je mehr gekostet, berichten mehrere Medien übereinstimmend.
Albert Fittkau, Verwaltungsdirektor und Vorsitzender des städtischen Gutachterausschusses, präsentierte die Zahl am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts 2025. Den genauen Standort nannte er nicht, nur so viel: Innenstadt. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ soll es sich um eine Einheit im Neubauprojekt „Falckenberg-Ensemble“ in der Altstadt drehen, direkt neben dem Luxushotel Mandarin Oriental. Bauherr Wöhr und Bauer wollte das auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Fittkau kommentierte trocken: „Man könnte auch von einem eingebauten Kleinschloss sprechen“ – die Wohnung ließe sich vermutlich „auch in mehrere Objekte aufteilen“.
Bisheriger Rekord in München liegt bei 18,7 Millionen Euro
Der bisherige Rekord hatte bei 18,7 Millionen Euro gelegen – ein 437-Quadratmeter-Penthouse mit Rundumblick im „The Seven“, dem einstigen Heizkraftwerk. Auch die teuerste Bestandswohnung des Jahres war bemerkenswert: 17,4 Millionen Euro für 345 Quadratmeter in zentraler Lage. Auf dem breiten Markt hingegen sind die Preise für Neubauwohnungen im Stadtdurchschnitt um fünf Prozent auf rund 10.100 Euro pro Quadratmeter gesunken – der zweite Rückgang in Folge. Bestandswohnungen blieben mit minus einem Prozent nahezu stabil bei 8.050 Euro pro Quadratmeter.
Trotz dieser Entspannung bleibt München in einer eigenen Liga: Hamburg liegt bei gut 8.000 Euro pro Quadratmeter für Neubauten, Berlin bei knapp 7.000 Euro. Bayerische Großstädte wie Nürnberg oder Ingolstadt kommen auf etwa die Hälfte der Münchner Preise. Der Gesamtumsatz auf dem Münchner Immobilienmarkt stieg 2025 um zwei Prozent auf 11,6 Milliarden Euro, die Zahl der Verkäufe um 14 Prozent auf rund 12.400. Fittkau bezeichnete das als „Gesundung“ – keine geplatzte Blase, sondern eine notwendige Marktbereinigung.
Sorgen bereitet hingegen der Büromarkt: Mehr als zwei Millionen Quadratmeter stehen leer – rund 280 Fußballfelder. Beim Bauland für Geschosswohnungsbau brachen die Preise um 27,5 Prozent ein, zum dritten Mal in Folge. „Es ist ein Marktsegment, das nicht läuft“, sagte Fittkau. Und zog die logische Schlussfolgerung: „Wenn wenig gehandelt wird, brauchen wir auch nicht zu fragen, warum nicht gebaut wird.“
