Spiele zu Randzeiten

Frankfurt lockert Public-Viewing-Regeln zur WM

Aktualisiert am 29.05.2026 – 19:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Fußball-Fans bei einem Public Viewing in Frankfurt während der EM 2024 (Archivbild): Vor der WM 2026 hat die Stadt Frankfurt die Regeln gelockert. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/Florian Wiegan/imago)

Die WM steht vor der Tür. Und weil die Spiele in Nordamerika für uns zu Randzeiten laufen, gibt es spezielle Regelungen für Public Viewings. Das ist geplant.

Frankfurt erleichtert zur Fußball-WM 2026 das Public Viewing in der Außengastronomie. Mit einer Allgemeinverfügung sorgt das Ordnungsamt dafür, dass Spiele auf genehmigten Außenflächen länger live gezeigt werden dürfen. Das teilte die Stadt am Freitag mit. Für viele Wirte entfällt damit ein sonst nötiger Einzelantrag.

Die Stadt Frankfurt greift damit eine Verordnung der Bundesregierung auf, die öffentliche Fernsehübertragungen anlässlich der WM erleichtern soll. Veröffentlicht wird die Allgemeinverfügung am Dienstag, 2. Juni. Mit Turnierbeginn am Donnerstag, 11. Juni, tritt sie in Kraft.

WM 2026 mit späten Anstoßzeiten

Hintergrund sind die späten Anstoßzeiten vieler Spiele. Allein in der Vorrunde beginnen 18 Partien erst um 21 oder 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Unter den üblichen Lärmschutzregelungen wären Live-Übertragungen in vielen Fällen kaum möglich.

Deutschland spielt in der Vorrunde zu folgenden Zeiten:

  • 14. Juni, 19 Uhr: Deutschland vs. Curaçao
  • 20. Juni, 22 Uhr: Deutschland vs. Elfenbeinküste
  • 25. Juni, 22 Uhr: Ecuador vs. Deutschland

Anhänger anderer Mannschaften müssen sich dagegen teils mit unbequemen Anstoßzeiten abfinden. Die Türkei spielt in der Vorrunde etwa um 6 Uhr (gegen Australien), 5 Uhr (Paraguay) und 4 Uhr (USA) morgens nach deutscher Zeit.

Für genehmigte Außenflächen von Gaststätten im Frankfurter Stadtgebiet wird der Beginn der Nachtzeit deshalb vorübergehend hinausgeschoben. In den Nächten von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag gilt die Nachtzeit erst ab 1 Uhr. In allen übrigen Nächten beginnt sie erst um 24 Uhr. Die Regelung gilt vom 11. Juni bis zum 19. Juli.

Keine Gebühren für Gastronomen

Für Gastronomen hat das einen praktischen Vorteil: Sie müssen nicht für jede einzelne Gaststätte und jeden Sommergarten gesondert einen Antrag stellen. Ordnungsamtsleiter Holger Habich spricht von einer „unbürokratischen, einfachen Lösung ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand und ohne Genehmigungsgebühren oder ähnliche Kosten“.

Die Ausnahme gilt allerdings nur für die Dauer und den Zweck der Live-Übertragung der Spiele. Für Aufzeichnungen, Vor- oder Nachberichte, Interviews oder zusätzliches Unterhaltungsprogramm greift sie nicht.

Auch beim Lärm setzt die Stadt klare Grenzen. Gasfanfaren, Vuvuzelas, Bongos oder anderen laute Fanartikeln sind nicht erlaubt. heißt es seitens des Ordnungsamts. Zudem gelten je nach Lage der Gaststätte in Gewerbe-, Misch- oder Wohngebieten unterschiedliche Immissionsrichtwerte, die eingehalten werden müssen.

Nicht automatisch von der Ausnahmeregelung erfasst sind Public Viewings auf anderen Flächen, etwa auf Sportgeländen oder Freiluft-Eventflächen. Dort ist weiterhin ein Antrag nötig.

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