„Müssen Arbeitsvolumen steigern“
Reiche will vorzeitige Altersrente stoppen
22.05.2026 – 14:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Debatte um längeres Arbeiten im Alter nimmt weiter Fahrt auf: Nun übt auch Wirtschaftsministerin Reiche Kritik an den aktuellen Rentenregelungen.
In die Debatte über eine mögliche Rente mit 70 hat sich nun auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eingeschaltet. Allerdings nicht mit Einlassungen zum Renteneintrittsalter, sondern mit einer Forderung, die die Altersrenten für langjährig und besonders langjährig Versicherte betrifft.
Im „Kölner Stadt-Anzeiger“ forderte sie einen „Stopp von Frühverrentungsprogrammen“. Andernfalls werde Deutschland „selbst bei sehr hoher Produktivität pro Stunde“ gegen andere Volkswirtschaften verlieren, sagte Reiche. „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir das Arbeitsvolumen steigern.“
Reiche ist mit ihrer Rentenkritik nicht allein
Nicht nur die CDU-Politikerin sieht die aktuellen Regelungen für den vorzeitigen Ruhestand kritisch. Auch die Bundesbank positionierte sich kürzlich in einer Stellungnahme an die Rentenkommission deutlich gegen die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Diese Rente ist bekannt als „Rente mit 63“, auch wenn man inzwischen älter sein muss, um Anspruch darauf zu haben.
Nach Ansicht der Bundesbank sollte diese Rente abgeschafft werden, da sie das sogenannte Äquivalenzprinzip durchbreche („Wer mehr einzahlt, bekommt mehr“). Durch den früheren Renteneintritt ohne Einbußen würden Menschen länger Leistungen beziehen, für die sie keine Beiträge eingezahlt haben. Auch arbeite ein erheblicher Teil der Begünstigten nicht in besonders belastenden Berufen, für die diese Rentenart einst geschaffen wurde.
Die Bundesbank hält zudem die aktuellen Abschläge bei der Altersrente für langjährig Versicherte nach 35 Beitragsjahren zu niedrig. Frühverrentung sei damit vergleichsweise attraktiv.
Reiche lobt Aktivrente als „ersten Ansatz“
Laut Wirtschaftsministerin Reiche muss es für Unternehmen möglich sein, auch älteren Arbeitnehmern, die dazu in der Lage und willens seien, Angebote für eine weitere Beschäftigung zu machen. Die Aktivrente sei dafür „ein erster Ansatz“. Sie ist für Menschen vorgesehen, die über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus arbeiten wollen. Mit der Aktivrente sollen Rentner monatlich bis zu 2.000 Euro hinzuverdienen können, ohne dass darauf Steuern fällig werden.
