Neue Regel ab Oktober
Kroatische Wirte warnen vor Preischaos
24.09.2026 – 07:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Reform verärgert die Gastronomen an der Adria: Speisekarten müssen bald zwei Preisangaben machen. Was das für Touristen bedeutet.
Restaurantbesucher in Kroatien finden in der Speisekarte ab dem 1. Oktober zwei Preise für dasselbe Gericht. Grund ist eine neue Preisauszeichnungspflicht, die für Händler, Friseure, Kosmetiker und Handwerksbetriebe, aber auch für Restaurants und Cafés gilt.
Neben dem aktuellen Preis müssen Restaurants und andere Betriebe laut Angaben kroatischer Medien künftig auch einen sogenannten Ankerpreis angeben. Dieser zeigt den Kunden, was das Gericht am 10. September dieses Jahres gekostet hat. Dieses Datum wurde als Referenzdatum ausgewählt.
Was bald in der Speisekarte stehen muss
Kostete ein Schnitzel im Restaurant am 10. September 20 Euro und nun 22 Euro, müssen beide Preise in der Speisekarte aufgeführt werden. Selbst wenn ein Restaurant seine Preise seit September nicht angepasst hat, müssen trotzdem beide Beträge aufgeführt werden. Die neue Regel gilt dabei nicht nur für Speisekarten, sondern auch für Werbetafeln im Außenbereich, auf denen Preise für Speisen und Getränke angegeben werden.
Die kroatische Regierung will auf diese Weise den Kunden eine höhere Preistransparenz bieten. Kunden soll es ermöglicht werden, zu sehen, wie sich der Preis im Vergleich zum Referenzdatum verändert hat, und diese Information in ihre Kaufentscheidung einzubeziehen.
Großer Frust bei Gastronomen
Bei den Gastronomen ist der Frust groß. Franz Letica, Vorsitzender des Gastronomenverbands Zagreb, warnte vor „skurrilen Szenen“ an den Tischen und Verwirrung bei den Gästen. Viele Unternehmen fürchten zudem einen deutlich steigenden Verwaltungsaufwand, da sie Speisekarten und Preislisten stetig aktualisieren und neu drucken müssen.
Im Land an der Adria waren die Preise in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das Land kämpft mit einer vergleichsweise hohen Inflation (aktuell: 4,4 Prozent). Die Euro-Einführung nutzten zudem zahlreiche Gastronomen dazu, an der Preisschraube zu drehen. Zahlen des kroatischen Statistikamts zeigen einen Anstieg der Preise im Tourismus zwischen 2015 und 2024 um 70 Prozent.
