Wird Benzin jetzt billiger?

Ölpreis reagiert auf Iran-Deal

18.06.2026Lesedauer: 2 Min.

Zapfsäule an der Tankstelle: Der Benzinpreis ist zu einem großen Teil vom Ölpreis abhängig. (Quelle: Peter Kneffel)

Nach dem Deal zwischen den USA und dem Iran könnten sich die Ölpreise schneller normalisieren als erwartet. Es könnte allerdings sein, dass das Vorkriegsniveau nicht mehr erreicht wird. Aus einem Grund.

Die Ölpreise haben am Donnerstag im frühen Handel weiter nachgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent zur Lieferung im August lag zuletzt bei 77,67 US-Dollar und damit knapp 2,4 Prozent niedriger als am Vortag.

Am Mittwoch hatten sich die Ölpreise im Tagesverlauf etwas erholt, am Nachmittag beschleunigte sich diese Bewegung durch die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA. Diese waren in der vergangenen Woche erneut gesunken. Am Abend waren die Notierungen dann wieder ins Minus gedreht.

Im Video | Straße von Hormus: Darum wird sie für Trump zur Sackgasse

Player wird geladen

Der Ölpreis und der Benzin- oder Dieselpreis hängen eng zusammen. Rund ein Drittel des Benzinpreises ist nach Einschätzung von Experten vom Ölpreis bestimmt. Der Rest ist auf Steuern und Abgaben zurückzuführen. „Eine Schwankung beim Ölpreis macht sich bereits am selben Tag an der Tankstelle bemerkbar“, sagt Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank.

Preise könnten schneller sinken als erwartet

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran tritt laut dem Vermittlerstaat Pakistan mit „sofortiger Wirkung“ in Kraft. Teheran werde die Straße von Hormus „unverzüglich wieder öffnen“, und die USA würden die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben, gab der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif in der Nacht auf Donnerstag auf der Plattform X bekannt. US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian hatten die Vereinbarung zuvor unterzeichnet.

Haris Khurshid, Investmentchef des Hedgefonds Karobaar Capital, sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg: „Der einfache Teil war, eine Einigung zu erzielen – der schwierigere ist, zu bestimmen, wie viel von der Störung der vergangenen Monate dauerhaft bleibt.“

Die US-Großbank Goldman Sachs geht nun davon aus, dass sich die Ölausfuhren aus der Region am Persischen Golf bis Ende des kommenden Monats normalisieren werden. Zuvor hatten die Analysten mit einer Normalisierung erst bis Ende August gerechnet.

Dennoch könnten die Lieferströme nur auf etwa 70 Prozent des Vorkriegsniveaus zurückkehren, hieß es in einer Studie. Ein Grund seien alternative Exportwege, die Produzenten inzwischen nutzen.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version