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Politik

Wir verstecken Friedrich Merz nicht

wochentlich.deBy wochentlich.de13 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Weil Kai Wegner über sein Krisenmanagement gestolpert ist, muss für die CDU in Berlin nun Stefan Evers in den Wahlkampf ziehen. Welche Ziele er für die Hauptstadt verfolgt und warum ihm Hendrik Wüst so nahe steht, erzählt er im Interview.

Eigentlich hatte Stefan Evers (CDU) anderes vorgehabt diesen Sommer: Durchschnaufen, Urlaub machen, die warmen Tage genießen. Jetzt jedoch rast er von einem Termin zum nächsten durch Berlin, von Ausspannen keine Spur. Wahlkampf ist angesagt und nebenbei muss er auch noch als zuständiger Senator die Finanzen der Hauptstadt in den Griff bekommen.

Hals über Kopf hat die Berliner CDU Evers zum Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September gemacht – weil sich der eigentliche Frontmann, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner überraschend vom Spitzenplatz zurückzog. Evers, der sich auf Wahlplakaten selbst zum Endgegner des „Schlendrians“ bezeichnet, liefert sich damit nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Elif Eralp, die für die Linkspartei das Rote Rathaus von der CDU übernehmen will.

Im Interview mit t-online erklärt Evers, warum er beim Stimmenfang zuletzt auf Hendrik Wüst setzte, Kanzler Friedrich Merz jedoch keineswegs verstecke. Und er macht deutlich: Soll Berlin vernünftig regiert werden, müssten sich Grüne und SPD nach der Wahl für ein Bündnis mit ihm, dem „modernen Konservativen“, entscheiden.

t-online: Herr Evers, was kann Hendrik Wüst, was Friedrich Merz nicht kann?

Stefan Evers: Friedrich Merz ist Bundeskanzler und Hendrik Wüst ist nordrhein-westfälischer Ministerpräsident. Insofern haben sich die beiden ganz unterschiedlichen Aufgaben zu stellen.

Mit Herrn Wüst haben Sie zuletzt groß am Brandenburger Tor im Wahlkampf posiert, den Kanzler verstecken Sie dagegen, nur ein einziger Termin im Konrad-Adenauer-Haus ist geplant. Warum?

Hendrik Wüst kenne ich persönlich schon sehr lange. Wir sind uns aus früheren Zeiten sehr verbunden, deshalb haben wir diesen gemeinsamen Termin gemacht. Was den Kanzler angeht: Wir verstecken Friedrich Merz nicht, sondern wir wiederholen ein Format, das sich schon 2023 bewährt hat, nämlich ein Endspurt-Event für unsere Wahlkämpfer.

260909_FBER_PHT020.jpgVergrößern des Bildes
„Ich bin kein Schönwettersegler“, sagt Evers über sich selbst. (Quelle: Florian Gaertner/t-online)

Wie sehr ist Friedrich Merz, der unbeliebteste Kanzler aller Zeiten, eine Belastung für Sie im Wahlkampf?

Wir konzentrieren uns in Berlin auf Berliner Themen. Da geht es nicht um Friedrich Merz.

Aber die Berliner sprechen Sie doch sicherlich immer wieder auf ihn und die schwarz-rote Regierung im Bund an.

Natürlich geht es am Rande auch um die Bundespolitik. Zur Wahl steht aber eine Richtungsentscheidung über die Zukunft von Berlin. Der Bundesregierung wünsche ich vor allem Erfolg, als Regierender Bürgermeister werde ich sie im Sinne des Landes gerne unterstützen.

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