Schnee im November?
Experte nennt überraschende Wahrscheinlichkeit
06.11.2026 – 16:38 UhrLesedauer: 3 Min.

Das Wetter bleibt im November unberechenbar: Erst gibt es Regen und Nebel. Dann könnte sogar der erste Wintereinbruch des Jahres folgen. Doch dafür müssten gleich mehrere Wetterfaktoren mitspielen, erklärt der Meteorologe Dominik Jung.
Nachdem lange ein Hoch das Wetter in Deutschland dominiert hat, stellt sich die Großwetterlage nun um. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt für das kommende Wochenende viel Grau an: Nebel, dichte Wolken und Sprühregen erwarten viele Regionen in Deutschland. Das Hoch verliert an Kraft und wird ab Montag durch eine kleine Störung unterwandert. Diese bringt Regen mit, der sich im Laufe des Tages von Süden in den Norden ausbreitet.
Doch danach ist das Wetter im November für jede Überraschung gut. Einzelne Wettermodelle berechnen für Mitte des Monats sogar einen Kaltlufteinbruch nach Deutschland. Diplom-Meteorologe Dominik Jung warnt jedoch vor einer vorschnellen Winterprognose. „Die Unsicherheit ist sehr groß“, sagt Jung. „Noch vor wenigen Tagen zeigte das europäische Modell eine trockene Prognose und das amerikanische die winterliche, inzwischen ist es umgekehrt“, erklärt der Wetterexperte für t-online.
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Wetterprognose für Deutschland: 25 Prozent für Wintereinbruch
Das Duell zwischen europäischen und amerikanischen Modellen sei „nur eine Momentaufnahme“. Für die Bewertung reicht es nach Jungs Einschätzung ohnehin nicht, nur auf die Hauptläufe einzelner Wettermodelle zu schauen. Aussagekräftiger seien die sogenannten Ensemble-Läufe, bei denen ein Modell mit leicht veränderten Anfangsbedingungen mehrfach gerechnet wird. Sie zeigen, wie stabil oder brüchig ein Szenario ist.
Einen spürbaren Kaltluftvorstoß mit Schnee bis in mittlere Lagen hält Jung für möglich, aber nicht für wahrscheinlich. Die Chance dafür beziffert er auf „rund 25 Prozent“. Etwas wahrscheinlicher sei eine kurze kalte Wetterphase, mit „rund 35 Prozent“. Am größten ist aus seiner Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass es überwiegend mild bleibt. Diese beziffert er auf „rund 40 Prozent.“ Schnee bis ins Flachland hält Jung nach der aktuellen Datenlage für unwahrscheinlich.

Wintereinbruch im November? Diese Faktoren sind entscheidend
Damit die Kaltluft Deutschland tatsächlich erreicht, müsste sich die Wetterlage an mehreren Stellen gleichzeitig dementsprechend entwickeln. „Das Hoch über Mitteleuropa muss abgebaut und über dem Atlantik neu aufgebaut werden, und zwar ohne störendes Tief auf dem Weg“, führt Jung aus. Gleichzeitig müsste sich ein Kaltluftkern aus der Region der Barents- und Karasee über Skandinavien bis nach Deutschland ausweiten.
Eine wichtige Rolle spielten auch die Tiefdruckgebiete bei den Britischen Inseln und westlich von Iberien. Liegen sie ungünstig, könnten sie die Kaltluft blockieren und Deutschland stattdessen milde Luft aus Südwesten bringen.