Die Einwände aus Belgien gibt es auch in anderen Teilen Europas. Befürchtet wird, dass ein solcher Schritt die Finanzmärkte erschüttern könnte, weil Drittstaaten verunsichert sein könnten, ob ihre Gelder in Europa sicher angelegt sind. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lehnte den Vorstoß bereits ab: Es sei eine „Frage der Glaubwürdigkeit“ und des „Respekts“ gegenüber dem Völkerrecht, so Macron vor wenigen Tagen zum US-Sender CBS.
Der deutsche Kanzler ist sich all dieser Bedenken bewusst, wie sich aus seinem „Financial Times“-Beitrag herauslesen lässt. Doch glaubt Merz offensichtlich, die Bedenken zerstreuen zu können. Viel Zeit verlieren will er auch nicht: Schon nächsten Mittwoch will der Kanzler beim EU-Ratstreffen in Kopenhagen seinen Vorstoß beraten. „Als Europäer haben wir mächtige Mittel in der Hand, dieser Bedrohung Einhalt zu gebieten“, schreibt Merz in seinem Text. Die Zeit sei gekommen, diese Mittel zu nutzen, für ein „sicheres, freies und einiges Europa“. Ob andere EU-Staaten den Optimismus des deutschen Kanzlers teilen, wird sich dann nächsten Mittwoch zeigen.
