Mangfallgebirge
Schon wieder Pächterwechsel im Rotwandhaus
05.05.2026 – 06:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Mangfallgebirge gibt es keine Ruhe: Das Rotwandhaus muss sich erneut von seinem Pächterpaar trennen. Die Begründung des DAV ist auffallend vage.
Kaum ein Jahr nach dem vergangenen Pächterwechsel muss das beliebte Rotwandhaus im Mangfallgebirge erneut eine Führungskrise verkraften. Die Sektion Turner-Alpen-Kränzchen München des Deutschen Alpenvereins (DAV) hat dem erst vor einem Jahr engagierten Pächterpaar gekündigt.
Schatzmeister Anselm Greulich bestätigte auf Anfrage, dass man sich nach Unstimmigkeiten darauf verständigt habe, die Zusammenarbeit zum 17. Mai zu beenden. Was genau vorgefallen war, ließ er offen. Die Sektion erklärte in einem Statement: „Diese Entscheidung wurde nach sorgfältiger Abwägung getroffen, um die langfristige Zukunft des Rotwandhauses zu sichern und den Gästen weiterhin ein angenehmes Hüttenerlebnis bieten zu können.“ Der Schritt sei notwendig, um „die betriebliche Stabilität langfristig zu gewährleisten“. Zuerst hatte der „Merkur“ berichtet.
Einen Zusammenhang mit den Trinkwasserproblemen aus dem Jahr 2024, in deren Zuge der damalige Pächter hatte gehen müssen, schloss Greulich ausdrücklich aus.
Die Sektion arbeite bereits an einer Nachfolgelösung. „Wir streben an, dass wir vor dem Pfingstwochenende eine strukturierte Übergabe hinbekommen“, sagte Greulich. Geschlossen ist das Rotwandhaus derweil nicht. Bestehende Buchungen blieben vorerst bestehen, für Gäste könne es aber möglicherweise zu kleineren Einschränkungen kommen. Die Sektion wolle die Gäste zeitnah über eventuelle Änderungen informieren.
Vor etwa zwei Jahren musste das Rotwandhaus auf rund 1.700 Metern Höhe oberhalb des Spitzingsees den Betrieb einstellen, nachdem die Bergwacht 21 Besucherinnen und Besucher wegen starker Magen-Darm-Beschwerden versorgt hatte. Bei Untersuchungen des Trinkwassers wurden unter anderem Rotaviren entdeckt, die aus der Quelle unterhalb der Hütte stammten. Inzwischen gebe es eine neue Filteranlage und neue Leitungen, man optimiere hier weiter, so Greulich. In der vergangenen Sommersaison habe die Wasserfrage für die Gäste keine Rolle gespielt.
Bei gutem Wetter zählt das Rotwandhaus bis zu 1.000 Tagesgäste. Obwohl die Hütte in einem einfachen zweieinhalbstündigen Fußmarsch erreichbar ist, kommen auch viele Besucher zum Übernachten. Zudem ist sie ein beliebtes Ziel für Mountainbiker sowie für Kletterer, die von dort zu den Ruchenköpfen aufbrechen.
