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You are at:Home»Politik»Wie lange geht das noch so?
Politik

Wie lange geht das noch so?

wochentlich.deBy wochentlich.de15 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Seit Ende vergangener Woche wabert wieder ein Wort durchs politische Berlin: Kanzlersturz. Die Debatte ist nicht neu. Und auch die Hürden sind noch dieselben.

Markus Söder lässt diesmal gerne einem anderen den Vortritt. Er steht an diesem Montag in der CSU-Zentrale in München neben dem österreichischen Bundeskanzler Christian Stocker, der gerade bei einer Klausurtagung des Parteivorstands zu Gast war. Identität und Innovation sind die Schlagwörter, die Söder an diesem Mittag vor den Journalisten gerne wiederholt.

Doch Markus Söder kommt auch heute nicht an Friedrich Merz vorbei. Eine Journalistin fragt ihn, ob er, Söder, an seiner kürzlichen Aussage festhalte, keine Kanzlerambitionen mehr zu hegen. Und fragt dann Stocker, wie der eigentlich von außen auf die Personaldebatte um den deutschen Bundeskanzler schaue.

„Da bin ich jetzt mal gespannt“, sagt Söder.

„Ich beginne“, sagt Stocker.

Söder: „Ja, ist in dem Fall besser.“

Seit Ende letzter Woche ist die Frage wieder überall: Stürzt Merz? Wird er gestürzt?

Man kann die Geschichte über den taumelnden Kanzler erzählen als eine, die sich jetzt zuspitzt. Wahlen gehen verloren, Umfragen werden mieser, die Stimmung in der Union auch. Stimmt alles. Aber man kann sie eben auch erzählen als eine Geschichte, in der, obwohl das alles schon seit Monaten stimmt, trotzdem nichts passiert. Als eine, bei der die Union noch immer nicht weiter ist als im Mai. Weil alle Probleme, die so eine Operation mit sich bringen würde, ungelöst sind.

imago images 0866818742Vergrößern des Bildes
Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker (l.) und Markus Söder in München: „Da bin ich jetzt mal gespannt.“ (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

Eine klassische Söderei

Es war nicht zuletzt Markus Söder, der der Diskussion vergangene Woche wieder öffentlichen Schwung verlieh. Oder zumindest die Fantasien beflügelte, auch in der Union selbst. Am Dienstagabend saß er bei „Maischberger“, sagte viele Wörter und ließ dann genau so viele Wörter weg, wie es braucht für eine seiner berüchtigten kleinen Gemeinheiten. Auf die Frage, ob er glaube, Merz sei der richtige Kanzler für diese Zeit, antwortete Söder mit: „Ich glaube, dass er Kanzler ist.“ Eine klassische Söderei.

In der „Bild am Sonntag“ legte er nach, mit der gleichen, im Zweifel gerade noch dementierbaren Doppeldeutigkeit, die er beherrscht wie kein zweiter. Söder sprach davon, dass die Union jetzt zusammenstehen müsse, antwortete aber auf die Frage, ob es also keinen Kanzlersturz gebe, dann nur mit: „Von der CSU auf keinen Fall.“ Für die CDU sei er nicht zuständig.

An diesem Montag in München sagt Christian Stocker zunächst, was man wohl so sagt, wenn man zu Gast ist beim Nachbarn. Dass er sich in die Debatte nicht einmischen werde. Und dass jeder, der in diesen Zeiten Politik mache, sich angreifbar mache und es schwer sei, Personaldebatten zu entkommen.

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