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Gesundheit

Wie der „Mammobus“ Frauen beim Militär die Vorsorge abnimmt

wochentlich.deBy wochentlich.de19 November 2025Keine Kommentare3 Mins Read
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Wie der „Mammobus“ Frauen beim Militär die Vorsorge abnimmt
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Neue Vorsorgeinitiative

Wie der „Mammobus“ Frauen beim Militär vor Krebs schützen will


Aktualisiert am 19.11.2025 – 13:14 UhrLesedauer: 2 Min.

MammografieVergrößern des Bildes

Medizinisches Personal untersucht mit einer Mammografie die Brust einer Frau auf Brustkrebs. (Quelle: Hannibal Hanschke/dpa/dpa-bilder)

Brustkrebs ist noch immer die häufigste Krebsart bei Frauen – auch in der Ukraine. Durch den Krieg verschlechtert sich die Versorgungslage im Land radikal. Der sogenannte „Mammobus“ will das ändern.

In der Ukraine verteidigen nicht nur Soldaten das Land. Rund 70.000 Soldatinnen kämpfen nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums für die ukrainische Armee. Laut der Organisation Europäisch-ukrainische Brustkrebshilfe e. V. sind es doppelt so viele Frauen, die sich um die Verwundeten kümmern, Hilfe organisieren und Familien zusammenhalten. Es sind Ärztinnen, Lehrerinnen, Helferinnen und Mütter. Sie tragen Uniform und stellen oft die eigenen Bedürfnisse hinten an.

Im Alltag würden sich die Frauen um ihre Gesundheit kümmern, regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen. Aber diese Normalität von Vorsorge und medizinischen Untersuchungen fällt in Kriegszeiten weg, denn die Infrastruktur ist vielerorts zerstört.

Im Falle vieler ukrainischer Soldatinnen und Fronthelferinnen bedeutet das konkret: Aktuell mehr als drei Jahre keine Vorsorge – drei Jahre Zeit für Krebszellen, sich unbemerkt zu vermehren und zu wachsen.

Die Europäisch-Ukrainische Brustkrebshilfe e.V. will den Frauen Zugang zu lebenswichtiger Früherkennung ermöglichen. Dazu hat sie die Initiative „Mammobus“ entwickelt, der ab Herbst 2025 gezielt in Regionen nahe der Front und an Ausbildungsorte ukrainischer Soldatinnen fährt. Das spendenfinanzierte Projekt bietet den Frauen benötigte Früherkennungsuntersuchungen auf Brustkrebs und andere gynäkologische Erkrankungen an – kostenlos und direkt vor Ort.

In diesem mobilen Diagnostikzentrum arbeiten ukrainische und deutsche Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegekräfte mit modernen Geräten für Mammografie und gynäkologischen Ultraschall. Jede Untersuchung wird doppelt befundet – durch ukrainische und deutsche Mediziner. Für die Frauen bedeutet dies Vorsorge und ein bisschen mehr Sicherheit unter schwierigsten Bedingungen.

Aktuell erkranken in der Ukraine statistisch gesehen 15 von 1.000 Frauen an Brustkrebs. Würden diese Erkrankungen früh erkannt, so hätten die betroffenen Frauen gute bis sehr gute Heilungs- und Überlebenschancen. In einem „Mammobus“ sollen bis zu 30 Frauen pro Tag untersucht werden. Pro Patientin koste die Untersuchung etwa 30 Euro. Hochgerechnet könnten das laut der Europäisch-Ukrainischen Brustkrebshilfe 10.800 untersuchte Frauen in einem Jahr und etwa 163 gerettete Leben bei Kosten von 324.000 Euro sein.

Niemand wisse, wie lange betroffene ukrainische Frauen noch in der Armee und an der Front kämpfen und helfen ohne medizinische Vorsorge.

Der „Mammobus“ soll laut den Organisatoren Frauen nicht nur medizinische Früherkennung, sondern auch Wertschätzung bieten. Die Untersuchungen sollen über Spenden finanziert werden und für die Frauen vor Ort, die sonst keine Möglichkeit zur Vorsorge hätten, kostenlos angeboten werden. Hinter dem Projekt steht ein Netzwerk aus deutschen und ukrainischen Brustkrebs-Experten, deren Motivation es ist, die medizinische Versorgung in der Ukraine zu verbessern, das Gesundheitssystem an europäische Standards anzupassen und „auch im Krieg Menschlichkeit und Würde zu bewahren“.

Mehr über das Projekt, das Technik, Verbrauchsmaterialien und Medikamente finanziert, und eine Spendenmöglichkeit bietet die Website https://fund.mammologicum.com/de.

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