Symptome des West-Nil-Virus

Dem RKI ist bundesweit ein Todesfall in Zusammenhang mit einer in Deutschland erfolgten Infektion bekannt: 2020 starb eine Person aus Sachsen, nachdem sie sich in Deutschland infiziert hatte. Bei den meisten Menschen verläuft eine Infektion laut RKI unbemerkt. Etwa ein Fünftel der Infizierten entwickelt das West-Nil-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen. Die Symptome halten etwa drei bis sechs Tage an.

Nur etwa ein Prozent der Infektionen führt zu schweren sogenannten neuroinvasiven Erkrankungen, die eine Gehirnhautentzündung zur Folge haben können. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen.

Studienergebnisse haben Forscher überrascht

Die Forscher waren von der hohen Rate an infizierten Mücken überrascht, wie Junglen sagte. Die Raten im August seien vergleichbar mit denen in Südeuropa – etwa in Italien –, wo es regelmäßig zu Übertragungen auf den Menschen und vielen Erkrankungen komme.

Die Untersuchungen fanden in den Jahren 2023 und 2024 von Juni bis September statt. Unter die Lupe genommen wurden fünf Standorte innerhalb eines Gebiets von einem Quadratkilometer in Berlin-Schöneberg: ein Hinterhof mit ein bisschen Grün, ein parkähnliches Wohngebiet mit einem kleinen See, ein grünes Schwammstadt-Areal mit Wasserauffangbecken, ein Friedhof und ein Naturschutzgebiet.

In welchen Gebieten es besonders viele infizierte Mücken gab

Beim Vergleich der Areale machten die Wissenschaftler eine überraschende Entdeckung: „Dort, wo die meisten Stechmücken vorkamen, im Naturschutzgebiet (…), gab es die wenigsten Virusnachweise“, sagte Junglen. Die meisten infizierten Mücken hingegen hätten sie in dem parkähnlichen Wohngebiet und auf dem Friedhof gefunden. Dort kämen anscheinend die Vogelarten vor, in denen sich das Virus gut vermehren könnte und an denen sich die Mücken ansteckten. „Welche Vögel es genau sind, wissen wir noch nicht.“

Was bedeutet das jetzt für Menschen in Berlin? Die Untersuchung sei sehr lokal gewesen, es könnten daher keine allgemeinen Handlungsempfehlungen daraus abgeleitet werden, etwa bestimmte Gebiete zu meiden, sagte Junglen. Die Ergebnisse ließen aber darauf schließen, dass naturnahe Gebiete sowie stark versiegelte Flächen mit wenig Vegetation wahrscheinlich geringe WNV-Infektionsraten in Stechmücken aufwiesen, während Friedhöfe, Parkanlagen und Kleingärten wahrscheinlich ein höheres Risiko darstellten. Die Wissenschaftler haben zusätzlich an Friedhöfe und Kleingärten an mehreren Orten in Berlin Stichproben an Mücken genommen und das Virus auch dort häufiger gefunden.

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