E-Autos bieten mittlerweile vernünftige Reichweiten. Was Sie bedenken sollten, wenn Sie mit einem Stromer auf eine längere Tour gehen wollen.
Noch vor einigen Jahren war die Urlaubsfahrt mit dem E-Auto aufgrund kleiner Reichweiten und mangelnder Ladeinfrastruktur ein Wagnis. Mittlerweile sind E-Autos mit Reichweiten von mehr als 300 Kilometern pro Akkuladung keine Seltenheit mehr, und Schnellladen ist bei den meisten Modellen eine Standardoption. Urlaub mit dem E-Auto ist daher kein Problem – wenn Sie ein paar Dinge beachten.
Wenn Sie Ihr Elektroauto direkt an Ihrer Unterkunft aufladen können, ersparen Sie sich viel Stress und Planung. Auto am Abend anstöpseln, über Nacht laden lassen – bereit für die nächste Fahrt.
Wer einen Stromer fährt, weiß es: Vor allem das Aufladen muss bei längeren Fahrten geplant werden. Dafür haben Sie verschiedene Möglichkeiten zur Wahl. Gute Navigationssysteme machen unter Berücksichtigung des aktuellen Verbrauchs, der Verkehrslage, der Batteriekapazität sowie der Verfügbarkeit von Ladesäulen Vorschläge zum Nachladen. Im Idealfall wird der Akku zum ausgewählten Stopp vorkonditioniert, sodass das Laden unter perfekten Bedingungen und damit schnellstmöglich ablaufen kann.
Andere Navigationssysteme zeigen nur Ladestationen in der Nähe beziehungsweise entlang der Route an. Auch Apps unterstützen bei der Lade-Planung. Einige, meist von den Autoherstellern für ihre Fahrzeuge entwickelte Apps, greifen bei ihren Berechnungen ebenfalls auf Fahrzeugdaten zurück, andere nutzen Angaben zum Fahrzeugmodell und Durchschnittsverbrauch für Ladevorschläge.
Was für alle Autofahrer gilt, ist für E-Auto-Fahrer noch einmal besonders relevant: In den Hauptreisezeiten steigt nicht nur das Verkehrsaufkommen und mit ihm die Staugefahr: Bei viel Verkehr ist es auch wahrscheinlicher, dass andere E-Autos die Ladesäulen blockieren. Wenn Sie in den Nebenzeiten fahren, ist die Chance auf einen Ladeplatz deutlich höher.
Wenn Sie zu einer bestimmten Zeit am Urlaubsort sein müssen, um etwa die Schlüssel der Ferienunterkunft zu erhalten, sollten Sie die Ladevorgänge beim Zeitmanagement nicht vergessen. Die vom Hersteller angegebenen Ladezeiten sollten Sie dabei nicht auf die Goldwaage legen: Im Alltag dauert es meist doch länger, bis der Akku voll ist. Besonders zäh wird es im Bereich zwischen 80 und 100 Prozent. Der Grund liegt in der Physik: Vereinfacht gesagt, benötigen die Elektronen länger, um sich im Akku zu verteilen, je voller er ist. Deshalb ist es sinnvoller, nur bis zu 80 Prozent zu laden.
Schauen Sie schon bei der Recherche nach Ladesäulen, ob nicht eventuell Restaurants, sehenswerte Orte oder Spielplätze in der Nähe sind. Wenn Sie es geschickt anstellen, können Sie so das Notwendige mit dem Angenehmen verbinden und sich von der Fahrt etwas erholen – und unterwegs noch ein wenig Sightseeing genießen.
Auf der Suche nach Ladestopps sollten Sie immer eine gewisse Restreichweite einplanen und eine alternative Lademöglichkeit heraussuchen, falls die Ladesäule Ihrer Wahl beispielsweise defekt, belegt oder zugeparkt ist. Eine Restreichweite von 10 bis 20 Prozent entspannt bei der ungeplanten Suche nach Ladestationen.
Der ADAC empfiehlt, bei der Routenplanung Standorte mit vielen Ladepunkten zu wählen. Das verringert das Risiko, dass man überhaupt nicht laden kann, oder erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass bei großem Andrang in absehbarer Zeit ein Ladepunkt frei wird.
Sind Sie in Mittel- und Nordeuropa unterwegs, müssen Sie sich um die Ladeinfrastruktur inklusive breit gefächertem Angebot an Schnellladern wenig Gedanken machen. Anders sieht es aus, wenn es in Richtung Süd- und Osteuropa geht. Hier ist das Ladenetz weniger gut ausgebaut; Ladestationen sind oftmals eher an den Hauptreiserouten zu finden als im Hinterland. Eine mobile Wallbox mit verschiedenen Adapter-Steckern hilft beim Laden an unterschiedlichen Steckdosen. Eine Übersicht über die Abdeckung mit Ladesäulen in verschiedenen Ländern bekommen Sie hier.
