„Eiskalt abserviert“

Großbäckerei schließt Werk – 120 Jobs in Gefahr

Aktualisiert am 12.05.2026 – 13:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Lieken-Werk in Essen: Das Werk schließt. (Quelle: Christof Köpsel/imago)

Hohe Energiekosten, schwieriges Marktumfeld: Lieken schließt sein Werk in Essen. Rund 120 Beschäftigte bangen um ihre Stelle.

Die Großbäckerei Lieken hat angekündigt, ihr Werk im Essener Stadtteil Borbeck bis Ende des Jahres zu schließen. Rund 120 Beschäftigte verlieren damit ihren Arbeitsplatz, wie der WDR berichtet. Das Unternehmen produziert dort unter anderem die Marken „Lieken Urkorn“ und „Golden Toast“.

Viele der Betroffenen erfuhren von der Entscheidung noch vor Beginn ihrer Frühschicht am Montag. Führungskräfte hätten einzelne Mitarbeitende zu Gesprächen gebeten und sie über den Verlust ihres Arbeitsplatzes informiert. Uwe Binder, der seit 37 Jahren in dem Werk tätig ist, äußerte Zweifel daran, ob er noch eine neue Stelle finden werde: „Gerade in der Brotindustrie haben wir in der Umgebung nur noch einen Mitkonkurrenten.“

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Großbäckerei Lieken schließt Werk: Kritik von Gewerkschaften

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) der Region Ruhrgebiet übte scharfe Kritik an dem Vorgehen. Die Beschäftigten würden „eiskalt abserviert“, erklärte sie in einer Stellungnahme. Die Entscheidung sei abstrakt, treffe aber konkret „Familien, Existenzen und Zukunftspläne“. NGG-Vertreter Martin Mura sagte, niemand habe mit diesem Schritt gerechnet.

Besonders stört die Gewerkschaft der Zeitpunkt der Ankündigung: Im Essener Werk gibt es derzeit keinen Betriebsrat. Dieser soll erst im kommenden Monat gewählt werden. Die NGG fordert von Lieken mehr Transparenz und verlangt, Alternativen zur Schließung zu prüfen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Sachsen-Anhalt begründet den Schritt mit einem schwierigen Marktumfeld und mit zu hohen Energiekosten. In den kommenden Tagen sollen weitere Gespräche mit den Betroffenen stattfinden, verbunden mit Abfindungsangeboten.

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