Untergang der Super-Yacht „Bayesian“
Renommierte Werft vor dem Aus
12.08.2026 – 10:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Werftengruppe TISG ist pleite. Über dem Schiffsbauer lastet ein dunkles Unglück.
Die Super-Yacht „Bayesian“ mit ihrem Einzelmast von 72 Meter Höhe lag in der Nacht vom 19. August 2024 vor Sizilien, als ein heftiger Sturm aufzog. Was dann genau geschah, beschäftigt bis heute die Gerichte. Fest steht nur: Die „Bayesian“ sank. Bei dem Untergang kamen der britische Tech-Milliardär Mike Lynch, seine Tochter und fünf weitere Menschen ums Leben.
Jetzt wird bekannt: Der für den Bau der Super-Yacht verantwortliche Werftenkonzern The Italian Sea Group (TISG) steht vor dem Aus. Das Unternehmen meldete laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) Insolvenz an, die Werft steht zum Verkauf.
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Die Traditionswerft TISG wurde 2009 vom italienischen Unternehmer Giovanni Costantino gegründet. Renommée erwarb der Konzern durch seine Zusammenarbeit mit Marken wie Armani und Lamborghini. Nach und nach übernahm TISG weitere Werften und Firmen. So gehören zum Konzern Marken wie Tecnomar, Admiral, Picchiotti, NCA Refi und Möbelbauer Celi.
Im Jahr 2021 hatte TISG auch die Werft Perini Navi übernommen, die 2008 die Super-Yacht „Bayesian“ gebaut hatte. Mit deren Untergang und drohenden Schadenersatzklagen wurde es auch für TISG wirtschaftlich eng.
TISG gibt der Crew die Schuld am Untergang und klagte auf 456 Millionen Euro Schadenersatz. Denn nach dem Unfall ging keine einzige Order mehr bei Peri Navi ein. Die britische Behörde MAIB meldete hingegen Zweifel am Design der Yacht an. Nun müssen die Gerichte entscheiden.
Mehre Interessenten für Übernahme
Ein aufwändiges Verfahren, für das der Werftengruppe TISG keine Zeit mehr bleibt. Gründer Costantino hatte sich bereits im Juli zurückgezogen. Er fühlte sich von den eigenen Managern hintergangen. Nun meldete TISG Insolvenz an. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres häufte sich Nettoverlust von rund 16 Millionen Euro an. Für das Jahr weist die Bilanz einen Verlust von 157 Millionen Euro und ein negatives Eigenkapital in Höhe von 376 Millionen Euro aus.
