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Deutschland

Wer zahlt im Krankheitsfall?

wochentlich.deBy wochentlich.de15 April 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Wer zahlt im Krankheitsfall?
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Die Finanzierung der deutschen Gesundheitsversorgung basiert auf dem System der Krankenversicherung. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Gesundheitsversorgung der Versicherten. Das bedeutet, dass jeder, der sich rechtmäßig in Deutschland aufhält, Zugang zu medizinischer Versorgung hat.

Welche Arten von Krankenversicherungen gibt es in Deutschland?

In Deutschland besteht eine Krankenversicherungspflicht, das heißt, dass jeder, der im Land lebt, versichert sein muss. Einzigartig in Europa, existieren in Deutschland zwei Systeme nebeneinander: die gesetzliche Krankenversicherung und die private Krankenversicherung. Rund 74 Millionen Menschen, also fast 90 Prozent der Bevölkerung, sind in den knapp 100 gesetzlichen Krankenkassen versichert. Rund neun Millionen Menschen sind privat versichert.

Warum besteht Versicherungspflicht?

In Deutschland gibt es einen Sozialpakt, nach dem in einem modernen Sozialstaat kein Bürger ohne Schutz im Krankheits- oder Verletzungsfall sein soll. Je nach Krankheitsbild können die Behandlungskosten sehr schnell die finanziellen Möglichkeiten eines Patienten übersteigen. Deshalb muss jeder Einwohner Deutschlands krankenversichert sein. Jeder kann frei wählen, von welcher Krankenkasse er versichert ist.

Was ist der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung?

Die gesetzliche Versicherung basiert auf dem Solidaritätsprinzip: Die Prämien richten sich nach den finanziellen Möglichkeiten der Mitglieder, die Absicherung ist jedoch für alle gleich. Dies gilt nicht nur für diejenigen, die ihre Versicherung selbst bezahlen, sondern auch für die rund 16 Millionen Familienmitglieder, die eine kostenlose Mitversicherung erhalten. Das System basiert daher auf einem „solidarischen Ausgleich“ zwischen Kranken und Gesunden, zwischen Gutverdienern und Geringverdienern, zwischen Jung und Alt sowie zwischen Alleinstehenden und Familien. Etwaige Prämienausfälle werden aus den Steuereinnahmen ausgeglichen. Eine freiwillige Zusatzversicherung kann die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung ergänzen. Ärzte und Krankenhäuser rechnen direkt mit den Krankenkassen ab.

Eine private Krankenversicherung besteht nur für Personen, deren Verdienst eine bestimmte Grenze übersteigt, sowie für Beamte. Patienten bezahlen ihre Arztrechnungen zunächst selbst und erhalten die Kosten dann von ihrer Krankenkasse erstattet.

Was versteht man in Deutschland unter dem „Prinzip der Selbstverwaltung“?

In vielen Ländern wie Großbritannien, Schweden oder Italien stellt der Staat die medizinische Grundversorgung sicher. In Deutschland legt der Staat die Rahmenbedingungen für die Gesundheitsversorgung per Gesetz fest, für die Festlegung der Umsetzung sind jedoch Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenhäuser selbst verantwortlich.

Wer hat die Krankenversicherung erfunden?

Das weltweit erste System der obligatorischen Krankenversicherung wurde 1883 vom deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck für Arbeiter und Staatsbedienstete mit geringem Jahreseinkommen eingeführt. Krankheit oder ein Arbeitsunfall bedeuteten für die damaligen Menschen fast immer den Abstieg in völlige Armut. Aus diesem Grund, aber auch aus Angst vor politischer Radikalisierung, wurde im Deutschen Reich die Krankenversicherung erfunden und eingeführt.

Hinweis: Wenn Sie planen, in Deutschland zu leben, werden Sie fündig Informationen zur Krankenversicherung finden Sie hier.

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