Engelke: Beim ersten Sehen dachte ich ehrlich gesagt: nicht besonders sympathisch. Aber genau das macht die Figur ja spannend, weil ja niemand perfekt ist. Lily glaubt, alles zu wissen, stellt sich über andere – und merkt dann im Laufe der Geschichte, dass das nicht funktioniert. Sie hinterfragt sich, erkennt Fehler und entwickelt sich weiter.
Das gibt uns einen Hinweis darauf, dass auch wir im Umgang miteinander Verbesserungspotenzial haben.
Bastian Pastewka
Pastewka: Ein klassisches „Ich-weiß-es-besser“-Schaf.
Engelke: Genau, denn sie merkt: Es ist nicht gut, immer alles besser wissen zu wollen. Dinge nicht zu hinterfragen. Und es ist auch nicht gut, Gefühle zu verdrängen. Diese Entwicklung ist wirklich zentral für die Figur.
Sie sprachen vorhin von emotionalen Momenten. Was genau hat Sie im Film besonders berührt?
Engelke: Vor allem die Szenen gehen ans Herz, in denen Themen wie Ausgrenzung die Friedlichsten oder auch Niedlichsten betreffen. Und wenn jemand hilflos und alleine ist und aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen und gemobbt wird, dann hört man – so war es bei der Premiere – im Kino durchaus leises Weinen.
Pastewka: Diese besondere Perspektive des Films schafft emotionale Tiefe – und gibt uns einen Hinweis darauf, dass auch wir im Umgang miteinander Verbesserungspotenzial haben.
Glauben Sie, dass auch jüngere Zuschauer diese tieferen Ebenen verstehen?
Engelke: Klar! Junges Publikum bitte nicht unterschätzen. Man ahnt, dass Gespräche entstehen und Fragen kommen werden: „Was passiert eigentlich, wenn wir sterben?“ oder „Warum wird jemand ausgeschlossen?“
Pastewka: Kinder erleben Filme oft sehr intuitiv. Ob sie die Botschaft konkret benennen können, ist gar nicht entscheidend. Wichtig ist, dass etwas hängen bleibt. Und bei „Glennkill“ wird es das glücklicherweise.
Der Film „Glennkill: Ein Schafskrimi“, in dem Anke Engelke das Schaf Lily und Bastian Pastewka die Figur Mopple sprechen, startet am 14. Mai 2026 in den deutschen Kinos.
