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Gesundheit

Wenn Rheuma das Herz trifft – was Erkrankte wissen sollten

wochentlich.deBy wochentlich.de25 September 2025Keine Kommentare4 Mins Read
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Wenn Rheuma das Herz trifft – was Erkrankte wissen sollten
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Gefahr für die Gefäße

Wenn Rheuma das Herz trifft – was Erkrankte wissen sollten


25.09.2025 – 09:13 UhrLesedauer: 3 Min.

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Wer Rheuma hat, sollte auch sein Herz-Kreislauf-Risiko ärztlich abklären lassen. (Quelle: Tinpixels/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

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Rheuma kann auch das Herz krank machen. Wann diese Gefahr besteht und was Betroffene zu ihrem Schutz tun können, erfahren Sie hier.

„Rheuma“ ist der Sammelbegriff für viele verschiedene Krankheitsbilder, die sich in ihren Ursachen, ihren Symptomen und ihrem Verlauf teils erheblich unterscheiden. Einigen von ihnen ist gemein, dass sie mit chronischen (also dauerhaften) Entzündungsprozessen einhergehen. In den meisten Fällen entzünden sich in erster Linie Gewebe des Bewegungsapparats – beispielsweise die Gelenke bei einer rheumatoiden Arthritis, der wohl bekanntesten Form von Rheuma.

Die rheumatischen Entzündungen können aber auch anderen Organen und Geweben schaden, unter anderem dem Herzen.

Bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen können sich auch Gewebe des Herzens entzünden, etwa der Herzmuskel (Myokarditis), der Herzbeutel (Perikarditis) oder die Herzinnenhaut (Endokarditis). Mitunter können auch die Herzklappen betroffen sein. Bei einigen Betroffenen nimmt das Reizleitungssystem Schaden, was zu Herzrhythmusstörungen führt.

Hinzu kommt, dass rheumatische Entzündungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen. Denn:

  • Viele Menschen mit Rheuma haben Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte und/oder rauchen – all das sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Chronische Entzündungen im Körper fördern eine Atherosklerose (Arterienverkalkung), bei der sich Ablagerungen (Plaques) aus Fett und anderen Substanzen an den Innenwänden der Blutgefäße bilden und dazu führen, dass sich die Arterien verhärten und verengen. Reißen solche Plaques auf, können sich Blutgerinnsel entwickeln und Gefäße blockieren. Im schlimmsten Fall kommt es dann zum Herzinfarkt oder Schlaganfall.
  • Glukokortikoide (Kortison), die in der Behandlung verschiedener entzündlicher rheumatischer Erkrankungen zum Einsatz kommen, stellen insbesondere in hoher Dosierung und/oder bei längerer Einnahme ein Risiko für das Herz-Kreislauf-System dar. (Bei rheumatoider Arthritis werden Kortisonpräparate daher üblicherweise nur vorübergehend verordnet. Für die Langzeitbehandlung stehen andere Medikamente wie Methotrexat und Biologicals zur Verfügung.)
  • Sogenannte Januskinase-Inhibitoren (JAK-Inhibitoren), die bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen verordnet werden, können ebenfalls das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen.

Herzinfarkte und Schlaganfälle sind bei Menschen mit rheumatoider Arthritis die häufigste Todesursache. Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung etwa anderthalb- bis zweifach erhöht. Bei anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes kann das Risiko noch höher sein.

Es zeigt sich: Die Gefahr einer Herzerkrankung besteht nicht für jede an entzündlichem Rheuma erkrankte Person in gleichem Maße. Wie erwähnt hängt das individuelle Risiko davon ab, welche Erkrankung genau vorliegt, wie es um den sonstigen Gesundheitszustand bestellt ist und welchen Lebensstil die Person pflegt.

Ferner spielen die Entzündungsaktivität, die Krankheitsdauer und die Qualität der Therapie eine Rolle. Je langwieriger und heftiger Entzündungen im Körper verlaufen, desto wahrscheinlicher ist es, dass weitere Organe und Gewebe angegriffen werden.

Menschen mit Rheuma sollten ihr individuelles Risiko für eine Herzerkrankung zunächst ärztlich abklären lassen. Ist es erhöht, kann die Ärztin oder der Arzt geeignete Schritte zur Vorbeugung einleiten beziehungsweise empfehlen. Dazu gehören zum einen allgemeine Maßnahmen, die dem Herzen zugutekommen – vor allem:

  • das Erreichen und Halten eines gesunden Körpergewichts
  • eine ausgewogene Ernährung
  • genug Bewegung
  • ausreichend Schlaf
  • Stressabbau
  • der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten

Zum anderen kann die Ärztin oder der Arzt in Erwägung ziehen, die medikamentöse Therapie anzupassen. Weil eine dauerhafte Kortisonbehandlung dem Herz-Kreislauf-System schadet, sollte sie nur so lange verordnet werden wie nötig. Etwa wird sie bei einer rheumatoiden Arthritis üblicherweise innerhalb von drei bis sechs Monaten ausgeschlichen.

Bei anderen Erkrankungen wie zum Beispiel einer Polymyalgia rheumatica hingegen lässt sich eine Langzeittherapie mit Kortison meist nicht vermeiden. Unter Umständen ist aber ein Übergang zu einer sogenannten kortisonsparenden Behandlung mit Medikamenten wie Methotrexat möglich.

Darüber hinaus sollten Betroffene die ärztlich angeratenen Verlaufskontrollen und Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. So kann die Ärztin oder der Arzt die Krankheitsaktivität im Blick behalten und nötigenfalls die Therapie rechtzeitig optimieren. Das ist wichtig, damit der Körper nicht allzu lange unter den (auch für das Herz gefährlichen) Entzündungsprozessen leiden muss.

Zudem kann im Rahmen der regelmäßigen Untersuchungstermine auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit überprüft werden. Aussagekräftig sind dabei etwa der Blutdruck sowie die Blutzucker- und Blutfettwerte. Ergänzend können EKG oder Echokardiografie sinnvoll sein, um frühzeitig Herzrhythmusstörungen oder strukturelle Veränderungen zu erkennen.

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