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Gesundheit

Wenn die Harnsäure im Blut zu hoch oder zu niedrig ist

wochentlich.deBy wochentlich.de15 Januar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Wenn die Harnsäure im Blut zu hoch oder zu niedrig ist
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Ist die Harnsäure im Blut zu hoch, kann das mit Erkrankungen in Zusammenhang stehen. Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Welche Werte gelten als normal?

Das Wichtigste im Überblick


Harnsäure ist ein Produkt des Purinstoffwechsels. Purine sind Bausteine von Nukleinsäuren, die wiederum Bestandteil unseres Erbguts (DNA) sind. Im Normalfall besteht ein Gleichgewicht zwischen Herstellung und Abbau von Purinen.

Dieses Gleichgewicht kann jedoch gestört werden durch Erkrankungen, Medikamente oder bestimmte Ernährungsgewohnheiten. Gerät der Purinstoffwechsel aus der Balance, können sich die Harnsäurewerte im Blut verändern.

Bei vielen Menschen sind die Harnsäurewerte erhöht. Etwa 20 Prozent aller Männer sind von einer Hyperurikämie, also zu viel Harnsäure im Blut, betroffen. Bei Frauen erhöhen sich die Werte meist erst nach den Wechseljahren.

Wie hoch sind die Normwerte für Harnsäure im Blut?

Die Normwerte für Harnsäure bei Männern liegen bei 3,6 bis 8,2 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder 214 bis 488 Mikromol pro Liter (µmol/l). Die Normwerte für Frauen liegen bei 2,3 bis 6,1 mg/dl oder 137 bis 363 µmol/l.

Was sagt der Harnsäurewert im Blut aus?

Im Normalfall scheidet der Körper Harnsäure zu zwei Dritteln mit dem Urin und den Rest mit dem Stuhl aus. Gelingt das nicht mehr ausreichend, beispielsweise aufgrund einer Nierenkrankheit, verändern sich die Blutwerte. Ein zu hoher oder zu niedriger Wert von Harnsäure im Blut kann unterschiedliche Ursachen haben.

Zu niedrige Harnsäurewerte (Hypourikämie) sind meist eine Folge von:

  • Störungen im Purinstoffwechsel,
  • Lebererkrankungen oder einer
  • Überdosierung von Allopurinol (ein Medikament bei Gicht).

Sind die Werte für Harnsäure zu hoch, können folgende Ursachen dahinterstecken:

  • Nierenschwäche,
  • Alkoholkonsum,
  • Behandlung mit entwässernden Medikamenten (Diuretika),
  • Behandlung mit Krebsmedikamenten (Zytostatika),
  • Strahlentherapie,
  • eine zu hohe Eigenproduktion von Purinen,
  • zu hohe Purinzufuhr über die Nahrung,
  • Übergewicht durch falsche Ernährung oder
  • Diabetes.

Zu hohe Harnsäurewerte kommen häufiger vor als zu niedrige. Steigt die Harnsäurekonzentration im Blut zu stark an, kann das Blut die Harnsäure nicht mehr lösen. Dann kann es passieren, dass sich Harnsäurekristalle, sogenannte Urate, bilden. Diese lagern sich bevorzugt in den Nieren (als Nierensteine) und in den Gelenken ab.

In letzterem Fall kann das zu Gicht führen. Am häufigsten betroffen ist das Gelenk der großen Zehe, weshalb ein Gichtanfall dort meist zuerst auftritt. Aber auch die Kniegelenke sind häufiger betroffen.

Woran merkt man erhöhte Harnsäurewerte?

Sind die Werte für Harnsäure zu hoch, verursacht das zunächst keine Symptome. Die Werte werden meist erst dann bestimmt, wenn der Arzt oder die Ärztin Gicht oder eine Nierenerkrankung vermutet. Deshalb sind die ersten Symptome von Gicht auch ein Hinweis auf erhöhte Harnsäure.

Der erste Gichtanfall kommt meist aus heiterem Himmel. Im betroffenen Gelenk macht sich ein stechender, sehr starker Schmerz bemerkbar. Die Stelle ist in den meisten Fällen sehr berührungsempfindlich, schmerzt bei Bewegung und ist mitunter gerötet.

Teilweise bilden sich in der Nähe der Gelenke auch sichtbare Knötchen (sogenannte Gichtknoten oder Gichttophi), bei denen es sich um verklumpte Harnsäurekristalle handelt. Wer zu Gicht neigt, bei dem können weitere Anfälle auch durch äußere Umstände ausgelöst werden. Dazu zählt vor allem die Ernährung.

Wie lassen sich hohe Harnsäurewerte senken?

Hohe Harnsäurewerte können zum einen medikamentös behandelt werden. Dazu nutzt man Wirkstoffe, die die Werte im Blut senken, sogenannte Urikostatika. Einer der am häufigsten verordneten Wirkstoffe ist Allopurinol.

Parallel zur medikamentösen Therapie sollten Betroffene auch ihren Lebensstil anpassen. Das bedeutet, den Alkoholkonsum verringern, Übergewicht abbauen und auf purinreiche Lebensmittel verzichten. Das sind insbesondere Fleisch, Wurst und Innereien, einige Fischsorten wie Sardinen, Sprotten, Forelle oder Thunfisch, Krusten- und Schalentiere sowie viele Hülsenfrüchte.

Auf dem Speiseplan sollte stattdessen viel Gemüse und Obst, Lebensmittel mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie ballaststoffreiche Nahrung stehen. Wenn es gelingt, den Lebensstil umzustellen und die Werte der Harnsäure im Blut zu senken, kann unter Umständen die medikamentöse Therapie beendet werden.

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