Er entschuldigt sich

Wenders lässt Szene von Berliner Schauspielerin verschwinden

31.07.2026 – 19:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Nastassja Kinski (Archivbild): Kinski war bei den Aufnahmen noch sehr jung. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-bilder)

Nastassja Kinski war 13 Jahre alt, als sie in einem deutschen Filmklassiker unbekleidet zu sehen war. Jahrelang forderte sie die Entfernung dieser Aufnahmen – jetzt gibt es eine Lösung.

Der Streit zwischen Regisseur Wim Wenders und Schauspielerin Nastassja Kinski um eine Nacktszene aus dem Film „Falsche Bewegung“ ist beigelegt. Wenders hat sich bei Kinski entschuldigt und die beanstandete Szene aus dem Film von 1975 entfernen lassen, wie die Wenders Stiftung in einer gemeinsamen Erklärung beider mitteilt. Kinski war zum Zeitpunkt der Aufnahmen 13 Jahre alt.

In der Szene ist Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen und trägt nur eine Unterhose. Ein Mann ohrfeigt sie und streichelt ihr Gesicht. Die heute 65-Jährige hatte nach eigenen Angaben seit Jahren darum gebeten, die rund zwei Minuten lange Aufnahme zu entfernen, und schließlich einen Anwalt eingeschaltet, der formale juristische Schritte ankündigte.

Wenders würde die Szene nicht mehr so drehen

In der gemeinsamen Erklärung, die auf der Webseite der Wenders Stiftung veröffentlicht wurde, heißt es: Beide verbinde der Wunsch, dass die Erinnerung an den Film künftig nicht länger von diesem Konflikt überschattet werde und auch der lange freundschaftliche Umgang wiederhergestellt werde.

Bereits Anfang Juni war „Falsche Bewegung“ zurückgezogen worden. Streaming-, TV- und Vertriebspartner wurden angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Wenders bat zudem um Entschuldigung: „Als einziger der damals für „Falsche Bewegung“ handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber.“

Beim Deutschen Filmpreis im Mai hatte Wenders gesagt, er würde die Szene „heute nie mehr so machen“. Seinem damaligen jungen Ich könne er aber keinen Vorwurf machen. Er habe einen Film in seiner Zeit gemacht. Zugleich stellte er die Frage, wie Filmschaffende grundsätzlich mit dem Filmerbe umgehen sollten.

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