Wim Wenders zieht Film zurück

Das sagt die Filmakademie zum Streit über Nacktszene


04.06.2026 – 12:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Wim Wenders (l.) und Nastassja Kinski: Hier gemeinsam bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2017 im Haus der Berliner Festspiele. (Quelle: Clemens Niehaus)

In der Debatte über Wim Wenders und eine Nacktszene der damals 13-jährigen Nastassja Kinski meldet sich nun auch die Deutsche Filmakademie zu Wort.

Nach der Entscheidung von Wim Wenders, seinen Film „Falsche Bewegung“ wegen einer Nacktszene vorerst aus dem Verkehr zu ziehen, plant die Deutsche Filmakademie einen „fundierten Austausch“. Das teilte die Institution am Donnerstag auf Anfrage von t-online mit.

„Die von Wim Wenders aufgeworfene Frage, ob Filme und andere Kunstwerke nachträglich verändert werden sollten, müssten oder dürften, hat nicht nur öffentlich, sondern auch innerhalb der Deutschen Filmakademie intensive Debatten ausgelöst“, schrieb das Präsidenten-Duo Vicky Krieps und Florian Gallenberger auf Anfrage.

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Die Fragestellung berühre juristische, ethische, künstlerische und kulturwissenschaftliche Dimensionen gleichermaßen. Die Akademie wolle sich diesen Fragen gemeinsam, offen und differenziert widmen, hieß es weiter. „Die notwendige inhaltliche Vorbereitung auf einen fundierten Austausch erfordert Zeit und Sorgfalt, deshalb planen wir im September eine Veranstaltung dazu“.

Wenders will Film vorerst zurückziehen

Nach dem Streit über eine Nacktszene in „Falsche Bewegung“ von 1975 mit der damals 13-jährigen Schauspielerin Nastassja Kinski hatte Wenders angekündigt, den Film vorerst nicht mehr zu zeigen. Der Film werde aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen, teilte die Wim Wenders Stiftung mit. Streaming-, TV- und Vertriebspartner würden dazu angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen.

In der Mitteilung bat Wenders Kinski auch um Entschuldigung. Es sei nötig, dass die Gesellschaft angemessene Umgangsweisen für strittige Filmwerke des 20. Jahrhunderts finde und sich neuen Lernprozessen und Perspektiven stelle. Dazu werde man einen „breiten Austausch“ suchen – unter anderem mit der Deutschen Filmakademie. Schauspielerin Kinski bittet Wenders laut eigenen Angaben seit Jahren, die Szene zu entfernen.

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