Steinach am Brenner ist ein Alpendorf in Tirol und eine der größten Baustellen Europas. Hier entsteht der Brenner Basistunnel. Der Tunnel verbindet Österreich mit Italien und ist die zentrale Verbindung im transeuropäischen Eisenbahnkorridor zwischen Süd- und Nordeuropa.

Mit einer Gesamtlänge von 64 km wird das gigantische Bauwerk die längste U-Bahn-Strecke der Welt sein. Projektleiter Sebastian Reimann: „Die Europäer können stolz auf das sein, was sie hier schaffen. Das ist eine Gemeinschaftsleistung der Europäer.“

Sein Kollege Andreas Ambrosi ergänzt: „Hier arbeiten elf Nationen aus ganz Europa. Und hier arbeiten europäische Spitzenunternehmen.“ Herrenknechtallein sind acht Tunnelvortriebsmaschinen im Einsatz.“

Herrenknecht ist Marktführer für große Tunnelvortriebsmaschinen – made in Europe. Die gewaltigen Maschinen leisten 6.000 PS. Einige dieser steinfressenden Bauwerke sind fast 20 Meter hoch und mehrere hundert Meter lang.

Herrenknecht beschäftigt weltweit rund 5.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 1 Milliarde Euro. Herrenknecht-Bohrmaschinen bohren Tunnel unter dem Gelben Fluss und dem Panamakanal sowie durch die Alpen und Berge im Himalaya.

Das Unternehmen wurde vor einem halben Jahrhundert von Ingenieur Martin Herrenknecht gegründet, einer der führenden Stimmen der deutschen Industrie.

Euronews: „In Brüssel wird darüber diskutiert, ob es eine europäische Bevorzugung von in Europa hergestellten Produkten geben sollte – zum Beispiel bei der öffentlichen Beschaffung. Was denken Sie?“

Herrenknecht: „Das ist die einzige Möglichkeit. Wenn man sich anschaut, wie wir von den Chinesen durch Preisdumping unter Druck gesetzt werden. Hier verdient ein Schweißer 50 Euro (brutto pro Stunde), in China 15 Euro. China operiert mit Dumping-Stahlpreisen. Halber Preis! Unter solchen Bedingungen können wir die Wirtschaft (in Europa) nicht ankurbeln.“

Euronews: „Sollte Europa mit Schutzzöllen reagieren?“

Herrenknecht: „Ohne Zölle gegen China wird Europa zusammenbrechen. Brüssel diskutiert darüber, ob man eine Welthandelsorganisation ohne China und Russland gründen soll. Doch in Brüssel wird weiter debattiert und nichts unternommen.“

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