Fund in Australien
Metallkugeln am Strand: Behörden vermuten Weltraumschrott
05.07.2026 – 16:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Sechs glänzende Metallkugeln liegen an einem Strand in Australien. Rettungskräfte in Schutzanzügen sperren den Bereich ab. Woher die Objekte stammen, ist noch unklar.
An einem Strand im Norden Australiens sind sechs Metallkugeln angespült worden. Die Behörden vermuten Weltraumschrott, der giftige Chemikalien enthalten könnte.
Am Freitag wurden die Einsatzkräfte an den Forrest Beach im Bundesstaat Queensland gerufen. Sie sperrten den Strand ab und richteten um die Objekte eine Sicherheitszone von 50 Metern ein. Auch Rettungskräfte in Schutzanzügen waren im Einsatz.
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Nach Angaben der Feuerwehr von Queensland sicherten die Einsatzkräfte fünf der Kugeln in Fässern, eine sechste sei unschädlich gemacht worden. In den kommenden Tagen könnten weitere Teile angespült werden. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, teilte die Polizei mit. Dennoch mussten einige Anwohner ihre Häuser vorübergehend verlassen.
Vermutlich Teil einer Rakete
Die australische Weltraumbehörde untersucht nun die Herkunft der Objekte. Auf Aufnahmen seien keine Brand- oder Hitzespuren zu erkennen, sagte die Weltraumarchäologin Alice Gorman von der Flinders University dem „Guardian“. Das deute darauf hin, dass die Kugeln von einer Raketenstufe stammen könnten, die auf die Erde zurückgefallen sei, während der übrige Teil eine Nutzlast ins All befördert habe.
Gorman zufolge handelt es sich um sogenannte Space Balls: unter Druck stehende Treibstoffbehälter aus Titanlegierungen, wie sie in Raketen verwendet werden. Sie könnten Reste von Hydrazin enthalten, einem Raketentreibstoff, der als giftig und krebserregend gilt. Möglicherweise stammten die Kugeln von einer russischen Rakete des Typs Fregat.
Nicht der erste Fund dieser Art
Weltraumschrott erreicht immer wieder australische Küsten. 2023 wurde dort ein Strand gesperrt, nachdem ein Teil einer indischen Rakete angespült worden war. Schätzungen zufolge umkreisen mehr als 30.000 Schrottteile die Erde, von ausgedienten Satelliten bis zu Bruchstücken von Raketenstarts.
Die australische Weltraumbehörde rät, angespülte Objekte dieser Art nicht zu berühren, sondern die Polizei zu verständigen. Ein Imbiss am Strand nutzt den Fund inzwischen für die Werbung und bietet eine „Weltraumschrott-Snackbox“ an. Auf einer Tafel heißt es: „Im Gegensatz zu manchen Dingen, die an unseren Strand gespült werden, werdet ihr diese Objekte identifizieren können.“
