Strenger Verzicht unnötig
Welche Wurst ist bei Gicht erlaubt?
Aktualisiert am 22.09.2026 – 13:14 UhrLesedauer: 3 Min.
Wer bei Gicht zu viel Wurst isst, riskiert schmerzhafte Gelenkentzündungen. Doch nicht jede Sorte ist verboten. Welche Wurst ist bei Gicht gut geeignet?
Wer die Diagnose „Gicht“ erhält, bekommt für gewöhnlich bestimmte Ernährungsregeln ans Herz gelegt. Insbesondere gilt es bei Gicht als wichtig, sehr purinreiche tierische Lebensmittel wie Innereien und Schalentiere zu meiden sowie den Konsum von Fleisch, Wurst und bestimmten Fischarten zu reduzieren.
Denn bei der Verwertung der darin enthaltenen Purine entsteht im Körper Harnsäure. Und ein Übermaß an Harnsäure kann bei Menschen mit Gicht heftige Beschwerden auslösen: Die Harnsäure lagert sich bei ihnen in Form von winzigen Kristallen in den Gelenken ab, die sogenannte Gichtanfälle verursachen. Gichtanfälle sind Entzündungen, die sich durch Schmerzen und Schwellungen bemerkbar machen.
Um zu gewährleisten, dass es dazu so selten wie möglich kommt, ist eine Umstellung der Ernährung tatsächlich wichtig: Wenn weniger Harnsäure im Körper anfällt, besteht ein geringeres Risiko für Gichtanfälle. Zu deren Vorbeugung ist es aber normalerweise nicht nötig, purinhaltige Speisen wie Wurst und Fleisch kategorisch vom Speiseplan zu streichen.
Welche Wurst bei Gicht?
Wer an Gicht erkrankt ist, sollte die Purinzufuhr über die Ernährung begrenzen. In ernährungsmedizinischen Empfehlungen zur sogenannten purinarmen Kost gilt dafür traditionell ein Richtwert von höchstens 500 Milligramm Harnsäure pro Tag beziehungsweise 3.000 Milligramm pro Woche. Gemeint ist dabei nicht Harnsäure, die direkt in Lebensmitteln steckt: Die aufgenommenen Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut. Etwa 170 Milligramm Purine entsprechen rechnerisch 500 Milligramm Harnsäure.
Die aktuelle medizinische Leitlinie zur Therapie der Gicht übernimmt diesen festen Grenzwert allerdings nicht. Sie empfiehlt stattdessen allgemein eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung und weniger Fleisch.
Für die Auswahl von Wurst kann der Puringehalt dennoch eine Orientierung bieten. 100 Gramm Wurst entsprechen je nach Sorte etwa 80 bis über 200 Milligramm Harnsäure.
Wegen ihres vergleichsweise moderaten Puringehalts sind bei Gicht etwa folgende Sorten von Wurst zu bevorzugen:
- Teewurst: 80 mg
- Lyoner: 130 mg
- Rindersalami: 110 mg
- Gekochter Schinken: 130 mg
- Schwarzwälder Schinken: 120 mg
Viele Purine stecken hingegen in:
- Geflügelleberwurst: 280 mg
- Kalbsleberwurst: 170 mg
- Geflügelsalami: 170 mg
Wurst aus Innereien wie Leber gilt es bei Gicht grundsätzlich zu meiden, weil Innereien einen sehr hohen Puringehalt aufweisen.
Wurst bei Gicht – nicht nur die Purine spielen eine Rolle
Der Harnsäurespiegel lässt sich über die Kost zwar beeinflussen, aber nur begrenzt: Ungefähr ein Drittel der Harnsäure im Körper entsteht aus Purinen der Nahrung. Den Rest bildet der Körper beim Abbau körpereigener Purine.
Dennoch kann eine klug gestaltete Ernährung dabei helfen, eine Gicht unter Kontrolle zu bringen. Dafür ist jedoch nicht nur der Puringehalt der Lebensmittel bedeutsam, sondern es gibt noch verschiedene andere Aspekte. Unter anderem geht es auch darum, über die Auswahl der richtigen Speisen und Getränke und die sonstige Lebensweise ein gesundes Gewicht zu erlangen. Denn Übergewicht begünstigt Gicht. Mehr zum Zusammenhang zwischen der Erkrankung und der Ernährung erklärt der Artikel „Diese purinarme Ernährung hilft bei Gicht“.
