Von Jülich ins Münsterland

Castor rollt störungsfrei quer durch NRW

06.05.2026 – 04:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Castor-Transport und die Kolonne fahren am 22. April auf der Autobahn A2 an der Raststätte Bottrop Süd vorbei: In der Nacht zum Mittwoch fuhr ein weiterer der geplanten Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen von Jülich nach Ahaus. (Quelle: Christoph Reichwein/dpa)

Wieder rollt ein Castor-Behälter nachts durch NRW nach Ahaus. Diesmal gab es Protest – und einen Polizeieinsatz mit Folgen für drei Aktivisten.

n der Nacht zum Mittwoch hat ein weiterer Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll das Zwischenlager in Ahaus erreicht. Es war der dritte Transport dieser Art von Jülich ins Münsterland innerhalb weniger Wochen und er verlief nach Polizeiangaben erneut störungsfrei.

Der beladene Schwerlasttransporter war am späten Dienstagabend in Jülich bei Aachen gestartet und legte die rund 170 Kilometer ins münsterländische Ahaus ohne Zwischenfälle zurück. Wie schon bei den ersten beiden Castor-Transporten am 24./25. März und am 21./22. April begleitete die Polizei den Konvoi mit einem Großaufgebot.

Ruhiger verlief der Abend abseits der Fahrstrecke nicht überall. In Ahaus zählte die Polizei bei zwei Versammlungen bis zu 170 Demonstranten, in Jülich kamen zu zwei weiteren Kundgebungen etwa 10 Menschen.

In der Nähe des Forschungszentrums Jülich kam es nach Angaben von Aktivisten zu einem Vorfall: Nach einer Mahnwache hätten Polizisten drei Teilnehmer „kurzzeitig und recht ruppig“ in Gewahrsam genommen, berichteten sie in einem Liveblog. Die Polizei bestätigte die Personalienfeststellung, äußerte sich jedoch nicht zur Art und Weise des Vorgehens. Zuvor seien Hinweise eingegangen, dass sich drei Personen auffällig am Zaun eines Privatgeländes verhalten und Fotos gemacht hätten. Nachdem ihre Identität festgestellt worden sei, seien sie wieder freigelassen worden.

Der aktuelle Transport ist Teil einer umfangreichen Verlagerungsaktion: Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter mit Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden, nach Einschätzung von Beobachtern einer der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten. Dem Start der Transportserie waren mehrere Gerichtsentscheidungen vorausgegangen.

Route und Zeitplan geben die Behörden aus Sicherheitsgründen im Vorfeld nicht bekannt.

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