„Für manche Menschen in Deutschland mag es seltsam klingen, aber Weihnachten riecht hier nach Sonnencreme und Grillen, nicht nach Gänsebraten. Morgens mache ich zuerst mein Training, schwimme ein paar Kilometer in einer Bucht bei Swakopmund, und später sitze ich mit meiner Familie um den Weihnachtsbaum. Anschließend gehe ich zurück an den Strand, treffe mich mit Freunden und esse dann abends mit meiner Familie Braai – saftiges Grillfleisch.“

Meine Großmutter kam nach dem Zweiten Weltkrieg als Mitarbeiterin des Roten Kreuzes aus Norddeutschland nach Namibia. Sie half beim Aufbau von Suppenküchen, Kindergärten und Schulen in Katutura. Ich bin als Namibier mit deutschen Wurzeln aufgewachsen und habe deutsche Familientraditionen mit dem namibischen Alltag vermischt.

Als Kind besuchte ich eine staatliche Schule. Dort kamen die unterschiedlichsten Gruppen zusammen: Herero- und Owambo-Kinder, Deutschsprachige und viele andere. Zu den Sprachen, die ich dort gelernt habe, gehörte neben Deutsch und Englisch auch Afrikaans. Ich verstehe auch Oshivambo und Herero – Sprachen, die man ganz selbstverständlich lernt, wenn man hier zusammen aufwächst. Viele unserer Familienbräuche haben ihren Ursprung in Deutschland: Wir feiern Nikolaus und Advent und gehen zu Weihnachten in die Kirche. Wir basteln auch unsere eigenen Adventskränze und hängen Adventskalender auf – der einzige Unterschied besteht darin, dass wir heißes Sommerwetter und den Strand vor unserer Haustür haben.“

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