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Waymo startet Robotaxis in Europa


17.10.2025 – 12:38 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein selbstfahrendes Auto der Google-Schwesterfirma Waymo: Fahrzeuge sind derzeit unter anderem im Straßenverkehr von San Francisco unterwegs. (Quelle: Andrej Sokolow/dpa/dpa)

Robotaxi-Anbieter Waymo plant seinen ersten Einsatz in Europa und hat sich dafür London ausgesucht.

Die Google-Schwester Waymo will 2026 einen Robotaxi-Dienst in der britischen Hauptstadt London starten. Es wäre die erste Expansion des Unternehmens nach Europa. Zum Start sollen zunächst Fahrzeuge mit Sicherheitsfahrern unterwegs sein. Das ist eine gängige Zwischenstufe, bevor ein vollautonomer Betrieb erlaubt wird. Einen exakten Termin nennt das Unternehmen bislang nicht: Voraussetzung ist, dass die lokalen und nationalen Behörden zustimmen.

Großbritannien hat in den vergangenen Jahren seine gesetzlichen Grundlagen für autonomes Fahren modernisiert. In London sind sogenannte Connected and Automated Vehicle Trials bereits seit Langem erlaubt, allerdings unter strengen Auflagen durch die Verkehrsbehörde TfL (Transport for London). Auf nationaler Ebene hat das Parlament 2024 den „Automated Vehicles Act“ verabschiedet. Dieser legt erstmals verbindliche Regeln für einen fahrerlosen Regelbetrieb fest und sieht die Einführung kommerzieller Dienste ab 2026/27 vor, berichtet „Auto Motor und Sport“.

Für Waymo bedeutet das: Es braucht sowohl die Zulassung durch die Stadtverwaltung als auch durch das britische Verkehrsministerium (DfT).

Technisch übernimmt Waymo das, was auch in den USA eingesetzt wird: ein Zusammenspiel von Kameras, Radar und Lidar. Durch verschiedene Technologien sollen Ausfälle vermieden werden. Der Rivale Tesla verfolgt dagegen einen Ansatz, der nur auf Kameras setzt. Das ist deutlich kostengünstiger, stößt aber bei Fachleuten teils auf Skepsis.

Waymo verweist auf seine bisherigen Erfahrungen in den USA: Rund 250.000 bezahlte Fahrten pro Woche, über 100 Millionen autonom gefahrene Meilen. In London wartet aber eine Herausforderung: der Linksverkehr. Zudem ist das europäische Straßennetz nicht mit dem der USA zu vergleichen: enge Straßenzüge und eine dichte, historisch gewachsene Verkehrsführung sind eher Regel als Ausnahme. Um das System auf diese Anforderungen vorzubereiten, sammelt Waymo seit Ende 2024 Fahrdaten in Tokio – ebenfalls eine Stadt mit Linksverkehr und komplexem Straßennetz. Die dort gewonnenen Daten sollen beim Einsatz in London helfen.

Waymo ist nicht allein. Auch Uber will 2026, gemeinsam mit dem britischen KI-Start-up Wayve, mit Robotaxis starten. Die Stimmung in der Stadt ist gemischt: Während die Politik die Entwicklung unterstützt, äußern sich Taxiverbände und Bürgerinitiativen kritisch. Es geht vor allem um Sicherheit, Verantwortlichkeit und die Frage, wie sich fahrerlose Fahrzeuge in ein ohnehin stark beanspruchtes Verkehrssystem einfügen lassen.

Nach dem Brexit hat das Vereinigte Königreich eigene Gesetze ohne EU-Einwirkung geschaffen und könnte daher schneller zu marktreifen Anwendungen kommen. Für andere europäische Länder hat das allerdings keine direkten Folgen: Ein Betrieb in Frankreich, Deutschland oder Spanien bräuchte jeweils eigene Zulassungen. Trotzdem dürften Regulierer und Städte den Start in London genau beobachten. Er liefert Praxisdaten zu Akzeptanz, Sicherheit und Betriebsmodellen.

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