Folgen des Klimawandels
Berghütten in Not: Helis liefern Wasser
Aktualisiert am 05.08.2026 – 10:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Die aktuelle Hitzewelle ist in ganz Europa zu spüren. Auch in den Alpen führt sie zu Ausnahmesituationen.
Der Deutsche Alpenverein beklagt Wassermangel (DAV) auf fast allen Berghütten. Sprecher Julian Rohn erklärt der Deutschen Presseagentur (dpa): „Das ist schon eine neue Dimension.“ Um den Küchenbetrieb aufrechterhalten zu können, wird etwa das Trinkwasser auf der Blaueishütte bei Berchtesgaden derzeit per Hubschrauber geliefert.
Die Sektionen des Deutschen Alpenvereins unterhalten rund 320 Hütten, gut zwei Drittel davon in den deutschen und österreichischen Alpen. Sie werden zumeist durch oberflächennahe Wasservorräte aus Niederschlägen oder dem Schmelzwasser von Schneefeldern und Gletschern versorgt. Durch den Klimawandel steht aber Jahr für Jahr weniger Wasser zur Verfügung.
Auf Facebook hatte der DAV bereits am vergangenen Freitag angekündigt, dass der Wasserverbrauch auf den Hütten deutlich reduziert werden muss. In einem weiteren Post schreibt der Verein: „Wir müssen leider unsere Waschräume geschlossen halten und können Trinkwasser nur in PET-Flaschen gegen Gebühr abgeben.“ Der Verein appelliert an das Verständnis der Besucher.
Nicht alle Gäste reagieren verständnisvoll
Auch andere Berghütten klagen über die gleichen Probleme. Gabi Schieder-Moderegger, die Vorsitzende der Sektion Berchtesgaden, bezeichnet das Versiegen der Quellen gegenüber der dpa als Novum. Sie erklärt: „Dass das aber so schnell geht, innerhalb einer Woche, damit haben wir nicht gerechnet.“
„Im Moment betrifft es flächendeckend alle“, schilderte Rohn. Er fügt hinzu: „Das ist schon drastisch, zumal es noch relativ früh in der Saison ist.“ Die Hüttengäste tragen es meist mit Fassung. „Die meisten sind wirklich verständnisvoll“, schilderte Schieder-Moderegger. „Aber dann gibt es immer noch die, die sich aufregen, warum es keine Dusche gibt oder dass sie für das Trinkwasser was zahlen müssen.“
Vier Euro werden für den Liter fällig. „Die Wirte müssen das mit dem Heli hochfliegen“, betont die Sektionsvorsitzende. „31 Euro kostet das die Minute, der Anflug 600 Euro – irgendwo müssen sie das wieder hereinholen.“ Schließlich gebe es nur eine Alternative: „Zusperren.“
