Kosten im Griff
Total Expense Ratio: Wie hilft mir die TER beim Fondskauf?
Aktualisiert am 14.10.2025 – 07:04 UhrLesedauer: 5 Min.
Anteile an einem Investmentfonds gibt es nicht umsonst. Je nach Art der Anlage fallen Gebühren an. Eine wichtige Angabe dabei: die TER. Was das ist.
Wenn Sie in einen Fonds investieren, können Sie schon mit kleinen Beträgen am weltweiten Wirtschaftswachstum teilhaben. Doch für welchen Fonds sollen Sie sich entscheiden? Ein wichtiges Kriterium bei dieser Entscheidung sind die Kosten, die mit dem Kauf einhergehen. Dabei wiederum besonders wichtig ist die sogenannte Total Expense Ratio (TER).
Wir erläutern, was sich hinter dieser Kennzahl verbirgt, warum ihre Höhe entscheidend für Ihren Ertrag sein kann, worüber die TER Auskunft gibt – und worüber nicht.
TER ist eine Abkürzung für Total Expense Ratio. Es handelt sich dabei um die englische Bezeichnung einer wichtigen Kennzahl bei Investmentfonds, die sich mit Gesamtkostenquote übersetzen lässt.
Sie soll transparent machen, wie hoch die laufenden Kosten eines Fonds sind – also die Kosten, die jedes Jahr aufs Neue anfallen. Die Kosten, die in der TER zusammenfließen, beziehen sich stets auf die Summe des investierten Geldes. Deshalb wird sie in Prozent ausgedrückt.
Die Total Expense Ratio soll Ihnen die Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Fonds erleichtern, indem sie die Kosten verschiedener Fonds vergleichbar macht. Das ist wichtig, weil hohe Gebühren den Ertrag eines Investments schmälern. Der Ertrag nennt sich auch Rendite. Allerdings schafft die TER keine volle Transparenz über die Kosten (mehr dazu unten).
Zusätzlich können Sie dadurch, dass die TER in Prozenten angegeben ist, leicht erkennen, wie sehr die Gebühren die Rendite Ihres Investments verringert. Ist der Wert eines Fonds mit einer TER von 1,2 Prozent binnen eines Jahres etwa um 6 Prozent gestiegen, beläuft sich seine jährliche Rendite nach Abzug der Gebühren auf nur 4,8 Prozent (siehe unten).
Die TER finden Sie in jedem Fall in den sogenannten wesentlichen Anlegerinformationen zu einem Investmentfonds unter „laufende Kosten“ sowie im Jahresbericht des Fonds. Beides ist im deutschen Investmentgesetz vorgeschrieben. Zusätzlich steht die Total Expense Ratio oft auch im Factsheet, einem Informationsblatt, das die Fondsgesellschaften zu jedem Fonds ausgeben.
Grundsätzlich gilt: Je niedriger die TER, desto besser für Ihre Rendite. Ein Beispiel verdeutlicht das:
Nehmen wir an, Sie investieren 100 Euro in einen Fonds zu einer TER von 2 Prozent und 100 Euro in einen zweiten Fonds zu laufenden Kosten von 0,5 Prozent. Beide Fonds haben in diesem Beispiel eine durchschnittliche Jahresrendite von 8 Prozent. Der erste Fonds brächte Ihnen nach zehn Jahren ein Plus von nur 79 Euro, der zweite hingegen ein Plus von 106 Euro.
