Ist das nur Deko?

Was soll der Rasen im Sushi?


01.11.2026 – 06:58 UhrLesedauer: 2 Min.

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Sushi-Box mit Maki, Nigiri und grünem Plastikgras (Symbolbild): Es trennt verschiedene Sorten – einst konservierten echte Haran-Blätter das Essen japanischer Arbeiter. (Quelle: Lordn/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Im Sushi steckt oft ein kleiner grüner Plastikstreifen. Dahinter verbirgt sich mehr als bloße Dekoration.

In vielen Supermärkten und Discountern wird abgepacktes Sushi angeboten. Auffällig hierbei ist der Streifen aus Plastik, der zwischen den einzelnen Stücken steckt. Ist der Plastikstreifen nur Dekoration oder hat er eine andere Funktion?

Tatsächlich handelt es sich bei dem Plastikgras nicht ausschließlich um Dekoration. Das sogenannte Haran oder auch Baran wirkt als Trennung zwischen den einzelnen Sushi-Varianten, sodass sich die Aromen nicht miteinander vermischen. Es hatte jedoch noch einen anderen Sinn.

Blätter statt Plastik

Der Ursprung des Sushigrases stammt aus der Edo-Zeit (1603 bis 1868). Schon damals nahmen japanische Arbeiter ihr Essen von zu Hause mit zur Arbeit. Dabei handelte es sich um Reisgerichte, die mit verschiedenen Beilagen kombiniert wurden (Bentoboxen). Doch im Gegensatz zu heute waren die Verpackungsmöglichkeiten beschränkt. Und so wickelten sie die einzelnen Komponenten in echte, ausgewählte Blätter. Diese hielten das Essen kompakt und bewahrten es vor Verschmutzungen. Wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, hatten die Blätter noch eine andere Eigenschaft: Stammten sie von der Blattpflanze Haran (Aspidistra elatior), so sonderten sie bestimmte Stoffe (Phytonzide) ab. Diese hemmten die Bakterienvermehrung und konservierten das Lebensmittel somit etwas. Kühlschränke oder Kühlboxen gab es zu dieser Zeit schließlich noch nicht, sodass das morgens gekochte Essen bei der Hitze schnell verdarb.

Auf diese Weise wurde nicht nur das Essen der Arbeiter transportiert. Auch wohlhabende Menschen bestellten für ihre Feiern aufwendig dekorierte und angerichtete Speisen. Diese mussten vom Catering-Unternehmen sicher zum Veranstaltungsort transportiert werden und durften während des Transports nicht verrutschen oder beschädigt werden. Auch hier halfen die Blätter. Sie wurden als kleine Barriere zwischen die einzelnen Komponenten gesteckt, damit diese sich nicht vermischten und weiterhin so akkurat in der Bentobox angerichtet blieben. Damit diese Barriere ansehnlich war, wurde sie entsprechend geschnitten – oft in feine Zacken oder florale Muster. Mit der Zeit entwickelte sich eine Handwerkskunst daraus.

Grünes Gras täuscht Frische vor

Heutzutage trennen Plastikstreifen statt echter Blätter die Komponenten der Speisen. Das ist günstiger. Zudem sind sie lagerbar und können gleichmäßiger in Form geschnitten werden. Ihre ursprüngliche Wirkung – also die Abgabe konservierender Stoffe – haben die meisten von ihnen jedoch nicht mehr. Es gibt allerdings Hersteller, die für das Gras ein besonderes Material nutzen, welches antibakteriell wirkt.

Hinzu kommt der optische Effekt, den das grüne Gras bei Käufern bewirkt: Das Essen soll frisch wirken.

In einigen traditionellen japanischen Restaurants werden die Speisen weiterhin mit zurechtgeschnittenen echten Blättern dekoriert, um an die Tradition zu erinnern.

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