Volksleiden

Das gilt es nach einer Hämorrhoiden-OP zu beachten


Aktualisiert am 08.08.2026 – 06:43 UhrLesedauer: 5 Min.

Arzt und Patient im Gespräch: Fachleute raten bei stark ausgeprägten Hämorrhoiden oft zu einer OP. (Quelle: IPGGutenbergUKLtd/getty-images-bilder)

Nach einer Hämorrhoiden-OP ist der Po empfindlich. Weicher Stuhl, gute Wundpflege und eine Sportpause unterstützen die Heilung der operierten Gefäßpolster.

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Sie schließen den After ab und verhindern, dass ungewollt Gas oder Stuhl abgeht. Problematisch werden die Gefäßpolster, wenn sie sich krankhaft vergrößern. Mediziner sprechen von einem Hämorrhoidalleiden. Es lassen sich vier Schweregrade unterscheiden. Bei Grad drei und vier wird eine Hämorrhoiden-OP durchgeführt. Worauf es nach dem Eingriff ankommt, damit alles gut verheilt.

Vergrößerte Hämorrhoiden sind ein Volksleiden

Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit zufolge bekommt mehr als die Hälfte aller Erwachsenen im Laufe ihres Lebens Beschwerden. Etwa vier von 100 Erwachsenen sind in Deutschland jährlich wegen vergrößerter Hämorrhoiden in ärztlicher Behandlung. Vergrößerte Hämorrhoiden lassen sich an verschiedenen Symptomen erkennen.

Was sind typische Hämorrhoiden-Symptome?

Schmerzlose Blutungen während und kurz nach dem Stuhlgang sind das Hauptsymptom eines Hämorrhoidalleidens. Hellrotes Blut zeigt sich auf dem Toilettenpapier oder in der Unterwäsche. Die Ursache der Blutungen sind Verletzungen der Gefäßwände. Durch Pressen oder harten Stuhl können die gedehnten Gefäße einreißen.

Zu den weiteren Symptomen vergrößerter Hämorrhoiden gehören:

  • Juckreiz und Brennen am After
  • Nässen
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl
  • Gefühl unvollständiger Darmentleerung nach dem Toilettengang
  • unbeabsichtigter Abgang geringer Mengen Schleim oder Stuhl
  • Schmerzen (bei fortgeschrittenem Hämorrhoidalleiden)

Die vier Grade eines Hämorrhoidalleidens

Ärzte unterscheiden vier Schweregrade vergrößerter Hämorrhoiden:

  • Grad 1: Bei Grad eins sind die Gefäßpolster nur leicht vergrößert.
  • Grad 2: Bei Grad zwei sind die Gefäßpolster stärker vergrößert und können beim Stuhlgang herausrutschen. Sie ziehen sich von selbst wieder in den Darm zurück.
  • Grad 3: Bei Grad drei treten die Hämorrhoiden beim Stuhlgang oder körperlicher Anstrengung aus dem After heraus und ziehen sich nicht von selbst wieder zurück. Von Hand lassen sie sich zurückschieben.
  • Grad 4: Bei Grad vier treten die Hämorrhoiden dauerhaft aus dem After heraus und lassen sich auch nicht zurückschieben.

Wann eine Hämorrhoiden-OP?

Je nach Stadium und Beschwerden reichen oft zunächst konservative oder kleinere interventionelle Verfahren aus. Bei Grad eins ist eine Behandlung nicht zwingend notwendig. Oft reichen Basismaßnahmen wie Stuhlregulation und eine Anpassung der Toilettengewohnheiten aus. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen die vergrößerten Gefäßpolster als nicht störend empfinden und keine belastenden Symptome vorhanden sind.

Entscheiden sich Betroffene für eine Behandlung, lassen sich Hämorrhoiden im ersten Stadium oft durch Veröden behandeln. Bei Grad zwei nimmt das Beschwerdebild zu. Betroffene empfinden die Symptome – beispielsweise Druck- und Fremdkörpergefühle sowie ein Gefühl unvollständiger Darmentleerung nach dem Toilettengang – zunehmend als störend. Grad-2-Hämorrhoiden werden meist gezielt abgebunden (Gummibandligatur). Ohne Durchblutung stirbt das überschüssige Gewebe und fällt nach einiger Zeit von selbst ab.

Operation häufig bei Grad-4-Hämorrhoiden

Bei Grad drei und vier steigt das Risiko für Schmerzen und Komplikationen. Eine Behandlung ist empfohlen. In manchen Fällen von Grad drei kann eine Gummibandligatur durchgeführt werden. Je nach Befund kommen unter Umständen auch andere Verfahren infrage, etwa eine Laserbehandlung oder eine Radiofrequenzablation. Häufig ist bei Grad drei und vier eine Operation notwendig, bei der die vergrößerten Hämorrhoiden verkleinert oder entfernt werden (Hämorrhoidektomie). Der Eingriff findet in einer Klinik unter Teil- oder Vollnarkose statt. Ein Krankenhausaufenthalt und eine Krankschreibung können nötig sein.

Nach der Hämorrhoiden-OP: Darauf kommt es jetzt an

Nach der Hämorrhoiden-OP können Schmerzen, Blutungen sowie Beschwerden beim Stuhlgang und Wasserlassen auftreten. Das Sitzen kann Probleme bereiten. Betroffene können einiges dazu beitragen, dass die Beschwerden nach der Hämorrhoiden-Operation möglichst gering ausfallen. Schmerzen lassen sich mit Schmerzmitteln behandeln.

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