Geiselnahme-Alarm am Flughafen

„Mussten die Lage sehr ernst nehmen“


Aktualisiert am 13.10.2026 – 15:59 UhrLesedauer: 3 Min.

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Im Video: Eine Corendon-Maschine landet nach einem Entführungsalarm in Nürnberg – begleitet von einem Eurofighter.

Ein Ferienflieger aus Korfu sendet kurz nach elf Uhr ein Signal, das auf eine Geiselnahme hindeutet. Dann bricht der Funkkontakt ab. Der Nürnberger Airport war im Alarmzustand.

Blaulicht, so weit man sehen kann. An der Marienbergstraße in Nürnberg stehen am Dienstagmittag Autos quer am Straßenrand, Fahrer steigen aus und schauen sich um. Zum Flughafen gibt es kein Durchkommen: Schon ab der Autobahnausfahrt stoppen Polizeisperren jedes Fahrzeug. Feuerwehrzüge kommen entgegen. Maskierte Einsatzkräfte lassen die Reporterin nach einer Kontrolle schließlich passieren.

Kein Funkkontakt über die halbe Strecke

Großaufgebot an Einsatzkräften an der Flughafenstraße: Am Dienstagmittag ging am Albrecht-Dürer-Airport gar nichts mehr. (Quelle: Meike Kreil/t-online)

Begonnen hat alles kurz nach 11 Uhr, etwa auf halber Flugstrecke. Aus dem Cockpit einer Corendon-Maschine auf dem Weg von Korfu nach Nürnberg kommt ein Code, der auf eine mögliche Geiselnahme hindeutet. Danach: Funkstille.

Michael Petzold von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken sagt: „Da wir während des gesamten restlichen Flugs keinen Kontakt zum Cockpit herstellen konnten, mussten wir die Lage von Anfang an sehr ernst nehmen.“ Die Luftwaffe ordnet einen Alarmstart an. „Das Flugzeug wurde dann mit Militärmaschinen hier zum Bestimmungsort geleitet“, so Petzold. Sie mussten mit einer Bestätigung der schlimmstmöglichen Annahme rechnen.

Am Boden bleibt bis zur Landung rund eine Stunde Zeit. Die Polizei sperrt den Flughafen großräumig ab, dazu die Zufahrtswege, und alarmiert Spezialeinsatzkräfte. Vor Ort sind unter anderem das Spezialeinsatzkommando, das Unterstützungskommando und weitere geschlossene Einheiten. Eine Zahl nennt Petzold nicht: Über die Stärke lasse man sich aus einsatztaktischen Gründen nie aus. Nur so viel – ein Großaufgebot.

Die Corendon-Maschine löste Alarm aus: Die Passagiere werden aktuell seelisch und medizinisch betreut. (Quelle: Meike Kreil/t-online)

Um 12.16 Uhr setzt die Maschine auf. Pünktlich. Sie wird begleitet von Militärmaschinen.

Entwarnung auf der Parkposition

Erst als die Maschine auf einer Parkposition steht, kommt der Kontakt ins Cockpit zustande. Und mit ihm die Entwarnung: Den Passagieren geht es gut, der Crew auch. Alles deute auf einen technischen Defekt am Funkgerät hin, sagt Petzold. Der dürfte den Notruf ausgelöst haben. Die Passagiere werden in einen abgetrennten Bereich des Terminals gebracht. Dort warten Seelsorger.

Die Polizeiinspektion Flughafen ermittelt nun gemeinsam mit der Airline, dem Piloten und dem Betreiber. Pilot und Crew werden vernommen, die Technik wird untersucht. Zuständig dafür ist die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

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