Flaute im US-Tourismussektor

Der WM-Traum platzt, bevor es richtig losgeht


28.04.2026 – 06:59 UhrLesedauer: 3 Min.

In den USA bereitet man sich auf die WM vor, doch der erhoffte Tourismusboom ist derzeit nicht in Aussicht. (Quelle: IMAGO/Dylan Stewart)

Kurz vor der WM 2026 herrscht vor allem in den USA eine eher gedrückte Stimmung im Tourismussektor. Menschenrechtsorganisationen warnen nun sogar vor Reisen in das Land.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gilt als eines der größten Sportereignisse der kommenden Jahre. Für die US-Tourismusbranche schien sie lange wie ein Selbstläufer: Millionen Fans, volle Hotels, steigende Umsätze. Doch nur wenige Wochen vor dem Turnier (11. Juni bis 19. Juli) zeichnet sich ein anderes Bild ab.

Reiseveranstalter berichten von einer anhaltenden Buchungsschwäche, während zugleich die Preise hoch bleiben. Flüge und Unterkünfte sind teuer, viele Reisende zögern oder entscheiden sich gleich für andere Ziele. Innerhalb der Branche wächst die Unsicherheit, ob der erhoffte Boom am Ende doch noch eintritt.

Schon 2025 verzeichneten die USA als einziges großes Reiseland einen Rückgang bei internationalen Besuchern. Das hat verschiedene Gründe. Ein zentraler: die Kosten. Für viele Fußball-Fans ist die Reise kaum bezahlbar. Tickets für Spiele kosten teilweise mehrere Tausend Dollar, hinzu kommen teure Flüge und Unterkünfte.

Zudem sind auch die Verpflegungskosten hoch – in Restaurants, Bars, Cafés und Supermärkten bezahlt man in den USA häufig das Doppelte bis Dreifache der Preise in Deutschland. Wer also schon viel Geld für Flüge, Tickets und Hotel ausgibt, muss auch noch eine Menge Taschengeld einpacken.

Auch die politische Lage in den USA schreckt viele Fans ab. In einer t-online-Umfrage vom Januar erklärten 94,6 Prozent der Teilnehmer, dass sie die WM lieber im Fernsehen verfolgen wollen, da sie die Lage vor Ort abschreckend finden. Nur 2,6 Prozent würden sich trotz der Umstände gerne ein Spiel im Land anschauen wollen. Insgesamt nahmen über 41.000 Leserinnen und Leser an der Abstimmung teil.

Gleichzeitig steigen die Hürden für die Einreise. Verschärfte Visa-Regeln, mögliche Social-Media-Überprüfungen und zusätzliche Gebühren schrecken viele ab. Immer wieder gibt es Berichte von Reisenden – auch deutschen Staatsbürgern – denen die Einreise in die USA verweigert wurde.

Erst kürzlich warnten auch zahlreiche Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International vor Risiken bei der Einreise. In einem gemeinsamen Statement von mehr als 120 Organisationen heißt es unter anderem: „Der zunehmende Autoritarismus und die eskalierende Gewalt der Trump-Regierung stellen für alle ein ernstes Risiko dar“. Kritisiert wird auch „die sich verschlechternde Menschenrechtslage in den Vereinigten Staaten und das Ausbleiben sinnvoller Maßnahmen und konkreter Zusicherungen seitens der Fifa, der Austragungsstädte oder der US-Regierung“.

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