Markt wächst rasant

Warum Sie nur eine Handvoll ETFs kennen müssen


14.08.2026 – 09:47 UhrLesedauer: 4 Min.

Mann mit Rechnungen am Laptop: 3.000 ETFs – in diesem Angebotsdschungel schaffen Filter einen Überblick. (Quelle: Inside Creative House)

Mehr Auswahl klingt nach einem Vorteil, kann Anlegerinnen und Anleger aber schnell überfordern. Wie Sie im ETF-Dschungel den Überblick behalten und worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.

In Deutschland kommen jedes Jahr etwa 250 bis 300 neue ETFs auf den Markt – das entspricht rund 20 bis 25 Neuerscheinungen im Monat. Weltweit wächst das Angebot noch schneller: Im Rekordjahr 2025 wurden laut dem unabhängigen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen ETFGI insgesamt 2.759 neue ETFs aufgelegt.

Doch damit steigt auch das Risiko, den Überblick zu verlieren. Weltweit gibt es inzwischen mehr als 16.000 ETFs, in Deutschland sind rund 3.000 handelbar. Die enorme Auswahl kann Anlegerinnen und Anleger überfordern und die Entscheidung für ein Produkt unnötig kompliziert machen. Dabei lässt sich die Auswahl mit einer einfachen Filterstrategie erheblich verkleinern.

Zu viel Auswahl: Warum 3.000 ETFs die Entscheidung erschweren

ETFs sind bei deutschen Anlegerinnen und Anlegern längst kein Nischenprodukt mehr. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Finanzratgebers „Finanztip“ unter 5.000 Befragten. Fast zwei Drittel der ETF-Anlegerinnen und -Anleger, 64 Prozent, sind demnach in den vergangenen sechs Jahren eingestiegen.

Doch mit der Beliebtheit wächst auch das Angebot – und damit ein Problem, das nach dem Psychologen Barry Schwartz als „Paradox of Choice“, auf Deutsch: Auswahlparadox, bekannt ist. Je mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, desto schwerer fällt die Entscheidung. Gleichzeitig steigt das Risiko, im Nachhinein mit der eigenen Wahl unzufrieden zu sein.

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Das spiegelt sich in der Umfrage wider: 22 Prozent der Menschen, die ETFs kennen, halten sie für schwer vergleichbar. Kein anderer genannter Nachteil wird häufiger angeführt. 17 Prozent finden, ETFs eigneten sich eher für erfahrene Anleger, und 15 Prozent meinen, sie bergen zu viele Risiken.

Grundsätzlich fällt das Urteil über ETFs dennoch positiv aus. Mehr als die Hälfte der Befragten, 55 Prozent, hält sie für geeignet, um langfristig Vermögen aufzubauen. 64 Prozent sehen vor allem die breite Streuung über viele Unternehmen, Länder und Währungszonen als Vorteil.

Timo Halbe, Experte für Geldanlage bei „Finanztip“, beobachtet deshalb eine Verschiebung bei den Fragen der Anleger: „Vor wenigen Jahren stand noch die Frage im Vordergrund, was ETFs überhaupt sind. Heute fragen viele: Welcher ETF passt zu mir?“

3.000 ETFs – aber längst nicht 3.000 unterschiedliche Lösungen

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht wissen, für welche Anlageziele alle 3.000 in Deutschland handelbaren ETFs stehen. Denn ein großer Teil der Auswahl besteht aus ähnlichen Produkten. Allein für bekannte Indizes wie den MSCI World gibt es Dutzende ETFs unterschiedlicher Anbieter, darunter iShares, Xtrackers, Vanguard und Amundi. Sie bilden jeweils denselben Index ab.

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