Experte rät vom Kauf ab

Bis zu 6.000 Euro Prämie: Dieser Satz kippt alles


19.05.2026 – 17:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Geld vom Staat, Risiko beim Händler: Die neue Kaufprämie gilt auch für Leasingverträge und federt so den hohen Wertverlust ab. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa./dpa)

Das neue Förderprogramm für Elektro-Neuwagen ist da. Drei Milliarden Euro stehen bereit. Doch das Geschenk der Bundesregierung stößt auf deutliche Kritik – und eine eindeutige Empfehlung.

Wer ein Elektroauto kauft oder least, kann ab sofort eine staatliche Kaufprämie beantragen. Je nach Einkommen, Haushaltsgröße und Fahrzeugmodell zahlt der Staat zwischen 1.500 und 6.000 Euro.

Gefördert werden Neuwagen mit einer Zulassung seit Anfang Januar 2026. Anspruch haben Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 80.000 Euro. Bei zwei oder mehr Kindern steigt die Grenze auf 90.000 Euro. Insgesamt fließen bis 2029 drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) in das Programm. Das reicht für rund 800.000 Fahrzeuge.

Dudenhöffer: „Schade um das Steuergeld“

An diesem milliardenschweren Programm gibt es jedoch scharfe Kritik. Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center for Automotive Research in Bochum, hält das gesamte Programm für überflüssig. „Das Geld hätte man sich sparen können. Das hätte der Markt selbst geregelt“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. „Schade um das Steuergeld, das nun an anderer Stelle wieder eingespart werden muss.“

Ferdinand Dudenhöffer: Der Markt braucht keine Förderung mehr, sagt der Branchenkenner. (Quelle: Frank Oppitz/imago)

Die Nachfrage nach Elektroautos zieht laut Dudenhöffer ohnehin eigenständig an. Er begründet diese Entwicklung mit den gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs und mit sinkenden Neuwagenpreisen der Hersteller. Der Stromer gleiche sich preislich den Verbrennern an und könne Diesel und Benziner problemlos ersetzen. Auch das technologische Risiko beim Gebrauchtkauf hält Dudenhöffer für überwunden. Da Batterien länger halten, gehen Käufer bei einer geplanten Haltedauer von fünf bis sechs Jahren kein Risiko mehr ein.

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Marktdaten belegen Lücke im Gesetz

Daten des Onlinemarktplatzes Autoscout24 stützen zumindest die Beobachtung, dass das Kundeninteresse hoch ist. Im April maß die Plattform den bislang höchsten Elektroanteil an der Nachfrage – sowohl beim Kauf als auch beim Leasing.

Stefan Schneck: Der Vertriebschef von Autoscout24 rät Privatkunden derzeit vom Kauf eines neuen Elektroautos ab.

Zwar ist dieser Effekt seit der Einführung der Spritpreisbremse Anfang Mai leicht abgeflacht. Die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos liegt aber weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. Genau hier setzt die Kritik von Autoscout24-Deutschland-Vertriebschef Stefan Schneck an. Er bemängelt eine gravierende Lücke im Gesetz: Gebrauchte Elektroautos gehen komplett leer aus.

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