Warnsignal des Körpers

Was der Geruchssinn über die Gesundheit im Alter verrät

14.05.2026 – 08:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Störend im Alltag: Ein nachlassender Geruchssinn im Alter kann auf Veränderungen im Körper hinweisen. (Quelle: Halfpoint/getty-images-bilder)

Ein schlechter Geruchssinn könnte mehr über die Gesundheit verraten als bisher angenommen. Forscher sehen darin ein mögliches Mittel, um Risikopatienten zu identifizieren.

Wer morgens den Kaffeeduft kaum noch wahrnimmt oder Gewürze nicht mehr richtig riecht, sollte aufmerksam werden. Denn der Geruchssinn scheint eng mit der allgemeinen Gesundheit verbunden zu sein. Eine neue Studie aus den USA zeigt nun: Ältere Menschen mit eingeschränktem Riechvermögen bauen körperlich oft stärker ab als Menschen mit gutem Geruchssinn. Die Untersuchung erschien im Fachjournal „JAMA Otolaryngology–Head & Neck Surgery“.

Forscher untersuchen Geruchssinn und körperliche Fitness

Für die Studie werteten die Forscher Daten rund 5.500 Menschen ab 65 Jahren aus, die über mehrere Jahre hinweg untersucht wurden. Dabei verglichen sie die Ergebnisse von Fitnesstests mit dem Riechvermögen der Patienten.

Bei den Fitnesstests mussten die Teilnehmer unter anderem vier Meter gehen, von einem Stuhl aufstehen, das Gleichgewicht halten und ihre Handkraft messen. Das Riechvermögen prüften die Forschenden mit sogenannten „Sniffin’ Sticks“. Dabei erkennen Menschen verschiedene Gerüche anhand spezieller Duftstifte.

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Wer wenig riecht, baut schneller ab

Das Ergebnis: Menschen mit schlechtem Geruchssinn schnitten bei nahezu allen körperlichen Tests schlechter ab. Sie gingen langsamer, hatten weniger Muskelkraft und Probleme mit dem Gleichgewicht. Außerdem verschlechterten sich ihre Werte im Laufe der Jahre schneller als bei Teilnehmern mit gutem Geruchssinn.

Die Forscher sehen darin einen möglichen Hinweis auf beschleunigte Abbauprozesse im Körper und vermuten, dass der Geruchssinn ein wichtiges Merkmal im medizinischen Alltag darstellen könnte. Denn Geruchstests könnten sehr einfach dabei helfen, Risikopatienten zu identifizieren und frühzeitig zu behandeln.

Schlechter Geruchssinn: Wann zum Arzt?

Dass der Geruchssinn im Alter nachlässt, ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Experten sprechen von „Hyposmie“, wenn Menschen schlechter riechen. Bei einem vollständigen Verlust des Geruchssinns heißt die Störung „Anosmie“. Bereits ab etwa 60 Jahren bemerken viele Menschen Veränderungen. Ab dem 70. Lebensjahr nimmt die Riechfähigkeit oft deutlich ab. Dennoch sollte eine Veränderung des Geruchssinns ärztlich abgeklärt werden, vor allem, wenn sie plötzlich einsetzt oder mit Schwierigkeiten beim Sehen, Sprechen und Schlucken oder Gleichgewichts- und Gedächtnisproblemen einhergeht.

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Schlechter Geruchssinn kann mit Erkrankungen zusammenhängen

Bis es soweit ist, müssen jedoch weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Denn warum ein schlechter Geruchssinn mit stärkerem körperlichem Abbau zusammenhängt, ist noch nicht vollständig geklärt, schreiben die Autoren.

Bekannt ist bisher nur, dass die Verschlechterung oder der Verlust des Geruchssinns mit bestimmten Erkrankungen zusammenhängen kann. Dazu zählen neurologische Krankheiten wie Parkinson, Demenz und MS oder auch Allergien, Nasenpolypen oder Virusinfektionen. Ob der Geruchssinn auch unabhängig von diesen Erkrankungen sensibel auf Veränderungen im Körper oder speziell im Nervensystem reagiert, müssen weitere Studien zeigen.

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