Positive Effekte
Gestörte Wundheilung: Warum Rauchstopp helfen kann
18.09.2025 – 07:31 UhrLesedauer: 3 Min.
Wundheilung ist ein komplexer Prozess. Rauchen kann die Regeneration der Haut beeinträchtigen. Lesen Sie, wie ein Rauchstopp die Haut schützt.
Ist die Haut verletzt, kommt für die Wundheilung ein komplexer Prozess in Gang, um die Haut wieder zu schließen, Infektionen entgegenzuwirken und neue Hautstrukturen zu bilden. Rauchen kann diesen Prozess erheblich stören.
Ist die Haut verletzt – sei es durch einen Schnitt, eine Verbrennung, einen Sturz oder eine Operation – startet ein komplexer Heilungsprozess. Zunächst wird die Blutung gestoppt. Dann folgen Reinigungs- und Entzündungsprozesse, um mögliche Keime zu bekämpfen und die Wunde durch Wundschorf zu schützen. Dann beginnt der Gewebeaufbau, um die Wunde zu schließen und neue Haut zu bilden.
Damit die Wundheilung reibungslos funktioniert, müssen ausreichend Sauerstoff und entzündungshemmende Immunzellen zur Wunde gelangen. Auch benötigt die verletzte Haut eine gute Versorgung mit Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Eiweiße spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Stoffwechselerkrankungen wie ein Diabetes mellitus, Mangelernährung, Durchblutungsstörungen und Infektionen können die Regeneration verletzter Haut stören – ebenso Rauchen. Rauchen gilt als bedeutender Risikofaktor für eine verzögerte Wundheilung.
Rauchen, beziehungsweise die enthaltenen schädlichen Stoffe, beeinträchtigen die Hautfunktion auf vielfältige Weise:
- Verschlechterung der Durchblutung durch Verengung der Blutgefäße: Schon wenige Zigaretten täglich können ausreichen, um die Durchblutung messbar zu verschlechtern.
- Verschlechterung der Sauerstoffversorgung: Das in Zigarettenrauch enthaltene Kohlenmonoxid bindet an rote Blutkörperchen und verdrängt dabei Sauerstoff.
- Förderung von Entzündungsprozessen: Rauchen schwächt die Abwehrkraft der Hautbarriere und begünstigt Infektionen.
- Verschlechterung der Nährstoffversorgung: Rauchen beeinflusst die Durchblutung ungünstig.
- Schwächung des Immunsystems: Funktionierende Immunzellen sind für die Bekämpfung von Keimen an der Wunde wichtig.
- Verzögerung der Wundheilung: durch Beeinträchtigung von Zellfunktion und Zellwachstum
- Störung der Narbenbildung: unter anderem durch Verringerung der Kollagenbildung
Im Zigarettenrauch sind über 4.000 Substanzen enthalten, zum Teil mit nachgewiesenen schädlichen Wirkungen. Diese betreffen laut dem Verband Pneumologischer Kliniken e. V. (VPK) nicht nur die Bronchien und die Lunge, sondern sie sind auch im Blut und im Knochenmark nachweisbar und führen letztlich unter anderem zu einer Schwächung des körpereigenen Immunsystems mit erhöhter Infektneigung sowie zu Zellschäden.
Kleinere Wunden kann der Körper meist problemlos heilen. Schwieriger ist es bei größeren Wunden, etwa nach einer Operation, oder chronischen Wunden. Dann ist er auf Unterstützung angewiesen. Neben der medizinischen Versorgung durch Fachpersonal können die Betroffenen selbst einiges zur Wundheilung beitragen. Der Rauchstopp ist aus verschiedenen Gründen ratsam.
Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) betont, stört Rauchen den fein abgestimmten Prozess der Wundheilung. Raucher hätten in Abhängigkeit von der Höhe ihres Zigarettenkonsums ein rund dreimal so hohes Risiko für eine verzögerte Wundheilung wie Nichtraucher. Bei ihnen treten nach Operationen Infektionen und ein erneutes Öffnen der Wunde (Wundruptur) häufiger auf. Das Risiko für eine Wundnekrose (Absterben von Gewebe) ist ebenfalls erhöht, ebenso das Thromboserisiko.
Fachgesellschaften empfehlen, mindestens vier Wochen vor geplanten Operationen mit dem Rauchen aufzuhören, um das Risiko von Komplikationen zu senken. Auch nach der OP sollte mindestens vier bis sechs Wochen auf Nikotin verzichtet werden, um die Heilung nicht zu behindern.
Warnzeichen, dass mit der Wundheilung etwas nicht stimmt
Eine Wunde sollte ärztlich begutachtet werden, wenn sie sich nicht normal entwickelt oder Beschwerden auftreten. Alarmzeichen sind starke Rötung, Schwellung, Schmerzen oder Wärmegefühl rund um die Wunde – dies kann auf eine Infektion hindeuten. Übelriechendes oder eitriges Sekret, Fieber sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl sollten Betroffene ebenfalls ernst nehmen. Auch wenn eine Wunde nach zehn bis 14 Tagen noch nicht deutlich abgeheilt ist, ist ein erneuter Arztbesuch ratsam. Chronische Wunden, also solche, die über Wochen hinweg nicht heilen, sollten immer medizinisch begleitet werden.
