Inzwischen vermeidet Mercedes den Begriff „Luxus“ bewusst. Der Grund: zu viele negative Reaktionen bei Kunden und Mitarbeitern. Intern wurde daraus das „L-Wort“, das niemand mehr aussprechen wollte. Schnäppchen sollte man künftig trotzdem nicht erwarten. Stattdessen fordert der Konzern mal wieder staatliche Kaufanreize, die letztlich durch Einnahmen wie Steuern gedeckt werden, und einen sanften Übergang, um länger Verbrennerautos verkaufen zu können.
Personal kostet Geld. Mercedes spart, wo es geht. Hunderte Stellen fallen weg. Allein im dritten Quartal flossen 876 Millionen Euro in Personalabbau und Sparbemühungen. Ziel: Profitabilität steigern, Zahlen stabilisieren.
Allerdings: Nicht nur Mercedes kämpft. Porsche meldet einen Gewinneinbruch, Volkswagen meldet schwache Zahlen. Die Krise kennt kein Logo. Sie hat die gesamte deutsche Autoindustrie im Griff.
Widersprüchlich bleibt: Während die Zahlen schwächeln, steigt die Aktie. Zuletzt um rund sechs Prozent auf fast 58 Euro. Analysten loben die solide Finanzlage und die künftige Produktpalette: mehr als 40 neue Modelle bis 2027, darunter der elektrische CLA und der vollelektrische GLC. Die große Offensive rollt an. Bleibt die Frage, ob sie ankommt.
