Mit der Regel will die Nasdaq die Wartezeiten deutlich verkürzen. Gleichzeitig können sehr kleine Indexmitglieder schneller aus dem Nasdaq 100 entfernt werden. Bleibt das Gewicht eines Unternehmens zwei Monate lang unter 0,1 Prozent, wird es durch einen anderen Wert ersetzt. Außerdem sollen die Daten zur Aktienstruktur künftig quartalsweise aktualisiert werden. Das ersetzt das bisher weniger regelmäßige System.
Warum der Weg in den S&P 500 deutlich schwieriger wäre
Während eine schnelle Aufnahme in den Nasdaq 100 möglich erscheint, liegen die Hürden für den S&P 500 deutlich höher.
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Der S&P 500 umfasst die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA und gilt als einer der wichtigsten Aktienindizes weltweit. Für die Aufnahme müssen Unternehmen verschiedene Kriterien erfüllen. Dazu gehören unter anderem ein Unternehmenssitz in den USA, eine ausreichend hohe Marktkapitalisierung, eine hohe Handelbarkeit der Aktie sowie eine nachgewiesene Profitabilität. Zudem spielt in der Praxis meist auch eine gewisse Börsenhistorie eine Rolle.
SpaceX dürfte diese Voraussetzungen unmittelbar nach dem Börsengang nur teilweise erfüllen. Ein wichtiger Punkt ist dabei der sogenannte Free Float, auf Deutsch Streubesitz. Gemeint ist der Anteil der Aktien, der tatsächlich frei an der Börse gehandelt werden kann.
Für den S&P 500 ist dieser Wert besonders wichtig. Denn der Index gewichtet Unternehmen nicht nach ihrer gesamten Unternehmensgröße, sondern nach ihrer frei handelbaren Marktkapitalisierung. Berücksichtigt wird also nur der Teil der Aktien, den Anleger tatsächlich kaufen und verkaufen können.
Sollte ein großer Teil der SpaceX-Aktien weiterhin bei Elon Musk, dem Management oder anderen Großaktionären liegen, könnte der relevante Streubesitz zunächst zu gering sein. Das würde eine schnelle Aufnahme in den S&P 500 erschweren.
Was passiert, wenn SpaceX in den Nasdaq 100 aufgenommen wird?
Eine Aufnahme in den Nasdaq 100 hätte direkte Folgen für zahlreiche Fonds und ETFs. Sobald SpaceX Teil des Index wird, müssen Anbieter von indexnahen Produkten ihre Portfolios anpassen. Sie kaufen die Aktie nicht deshalb, weil sie von den Geschäftsaussichten überzeugt sind, sondern weil sie den Index möglichst exakt nachbilden müssen.
Dadurch entstehen oft umfangreiche Käufe rund um den Aufnahmetermin. Die zusätzliche Nachfrage kann den Kurs stützen oder sogar kurzfristig deutlich antreiben. Dieser Effekt fällt häufig besonders stark aus, wenn nur wenige Aktien frei handelbar sind. Trifft eine hohe Nachfrage auf ein begrenztes Angebot, steigt der Druck auf den Kurs entsprechend stärker.
