Fatale Endlosschleife
Unsichtbare „SMS des Todes“ löscht Android-Smartphones
31.10.2026 – 14:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine unsichtbare SMS kann Millionen Smartphones in eine fatale Neustart-Schleife zwingen. Ein falscher Rettungsversuch macht die Lage sogar noch schlimmer.
Eine neu entdeckte Sicherheitslücke bedroht weltweit Millionen Android-Geräte. Angreifern genügt eine einzige, unsichtbare Kurzmitteilung, um Smartphones in eine endlose Neustart-Schleife zu stürzen. Wer dann versucht, sein Telefon zu retten, verliert im schlimmsten Fall alle Daten. Betroffen von dieser „SMS des Todes“ sind die Android-Versionen 12 bis 17, wie das IT-Fachportal Heise.de berichtet.
Infektion bleibt unbemerkt
Entdeckt hat die Schwachstelle der Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk. Die Angreifer nutzen ein vergessenes Werkzeug der Mobilfunktechnik: sogenannte WAP-Push-SMS. Über diesen Kanal senden Netzbetreiber normalerweise unbemerkt Konfigurationsdaten. Nun missbrauchen Hacker diesen Weg, um Schadcode zu verbreiten. Die Nachricht taucht im Posteingang der Opfer nicht auf, sodass das Telefon sich den digitalen Infekt völlig unbemerkt einfängt.
Danach stürzt das Mobiltelefon etwa alle 90 Sekunden ab und fährt wieder hoch. Gleichzeitig fordert der Bildschirm dazu auf, das System im Wartungsmodus auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen. Experten warnen jedoch eindringlich vor diesem Schritt. Denn wer der Aufforderung folgt und den Befehl „Wipe data” auswählt, löscht alle Fotos, Kontakte und Dokumente unwiederbringlich.
Fachhandel als Rettungsanker
Um die Daten vor der Löschung zu retten, rät Blaszczyk zu einem Umweg über den Computer. Mittels des PC-Werkzeugs Android Debug Bridge (ADB) lässt sich die Schleife stoppen, ohne den Speicher zu beschädigen. Da dieser Eingriff Fachwissen voraussetzt, sollten Betroffene Hilfe im Fachhandel suchen.
Google hat die Lücke für die Versionen 14 bis 17 bereits geschlossen. Während Besitzer eines Pixel-Smartphones von Google den Patch sofort erhalten, müssen Nutzer von Marken wie Samsung oder Xiaomi warten, da die Hersteller die Software-Updates oft erst mit Wochen oder Monaten Verzögerung ausliefern. Für ältere Handys mit Android 12 oder 13 stellt Google überhaupt keine Hilfe mehr bereit – hier müssen die Hersteller selbst aktiv werden. Nutzer sollten deshalb in den Einstellungen ihres Telefons unter „Softwareupdate“ regelmäßig prüfen, ob neue Schutzprogramme bereitstehen.