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Finanzen

Warnhinweise nerven – Experten fordern besseres System

wochentlich.deBy wochentlich.de12 Oktober 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Deutliche Zweifel am Warnsystem

Empfängerüberprüfung: „Diese Art der Aufklärung reicht nicht“

Aktualisiert am 12.10.2026 – 15:09 UhrLesedauer: 2 Min.

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Online-Überweisung am Bildschirm (Symbolbild): Verbraucherschutz kritisiert zu kleinteilige Überprüfung der Empfängeradresse bei Online-SEPA-Überweisungen. (Quelle: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Ein fehlender zweiter Vorname, ein falscher Bindestrich im Überweisungsformular – und schon schlägt das System Alarm. Warum viele die Warnhinweise ignorieren und was Verbraucherschützer jetzt fordern.

Kundinnen und Kunden, die regelmäßig Online-Überweisungen tätigen, kennen die Warnhinweise: Stimmt der eingegebene Empfängername nicht exakt mit dem beim Konto hinterlegten Namen überein, schlägt das System Alarm.

Doch nach Einschätzung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) sind die seit Oktober 2025 vorgeschriebenen Warnungen nicht zielsicher genug, weil lediglich die exakte Zeichenfolge abgeglichen werde. Das führe zu einer großen Menge von Fehlalarmen, wenn etwa ein zweiter Vorname fehlt oder ein Bindestrich falsch gesetzt ist.

Die Verbraucherschützer warnen vor einer möglichen Abstumpfung der Kundinnen und Kunden: „Wer immer wieder Fehlalarme erhält, klickt Warnhinweise irgendwann einfach weg. Diese Art der Aufklärung reicht nicht“, sagt die Teamleiterin Finanzmarkt, Dorothea Mohn. Die Folge des vorschnellen Wegklickens: Der Überweisende übernimmt die volle Haftung, wenn bei der Überweisung etwas schiefgeht.

Hinweise kommen häufig

Laut einer repräsentativen Forsa-Onlinebefragung sind die Warnhinweise bei SEPA-Überweisungen durchaus häufig. Von den Verbrauchern, die in den vergangenen sechs Monaten mindestens einmal einen Warnhinweis erhalten haben, bekommt die Mehrheit (58 Prozent) solche Hinweise bei etwa jeder vierten Überweisung oder häufiger.

Bei der Umfrage berichten einzelne Nutzer auch von positiven Erfahrungen. So wurden etwa veraltete Bankverbindungen oder Fehler durch die Foto-Erfassung einer Rechnung entdeckt.

Für andere bedeutet der buchstabengetreue Vergleich hingegen „mehr Last als Schutz“, wie es die Bundeszentrale formuliert. „Es kommt bei kleinsten Abweichungen die rote Ampel, und der Verbraucher ist auf sich alleine gestellt“, beschwert sich beispielsweise jemand aus Rheinland-Pfalz. Andere berichten, dass sie die allzu häufigen Warnmeldungen nun einfach ignorierten.

Konkreter Vorschlag

Gut neun von zehn der Onlinebanking-Nutzenden (91 Prozent) bewerten die Empfängerüberprüfung zwar grundsätzlich positiv. Gleichzeitig hält gut jeder Vierte (27 Prozent) die derzeitige Umsetzung für schlecht.

Wenn die Kunden die Warnungen routinemäßig übergingen, sei die Schutzwirkung gefährdet, warnt der vzbv. Die Überprüfung müsse wirksam vor Betrug schützen, statt die Verbraucher mit unnötigen Warnmeldungen zu belasten. Konkreter Vorschlag: Systeme sollten den richtigen Empfänger oder die richtige Empfängerin auch dann erkennen können, wenn etwa Vor- und Nachname vertauscht sind, der zweite Vorname fehlt oder Sonderzeichen und Bindestriche abweichen.

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