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Panorama

War ein Podcast den Ermittlern einen Schritt voraus?

wochentlich.deBy wochentlich.de29 Februar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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War ein Podcast den Ermittlern einen Schritt voraus?
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Diese Information wirft neue Fragen auf: Ein Podcast-Team war den Ermittlern bei der Fahndung nach RAF-Terroristin Daniela Klette vermutlich einen Schritt voraus.

Seitdem wird viel über das Versteck und Leben der RAF-Terroristin der dritten Generation berichtet. Nun ist ein weiteres Detail ans Licht gekommen: Klettes Aufenthaltsort wurde schon im vergangenen Dezember, mehrere Monate vor ihrer Festnahme, von einem Journalisten-Team entdeckt. Nur eine Kontaktaufnahme hatte es noch nicht gegeben.

Der Journalist Khesrau Behroz und das Team des Produktionsstudios Undone waren tatsächlich auf der richtigen Spur. Die Journalisten hatten Bilder von Klette auf der Webseite eines Berliner Capoeira-Vereins entdeckt. Klette hatte sich dort mehr als zehn Jahre lang aktiv beteiligt und konnte identifiziert werden.

Video | Aufnahmen zeigen: So offen lebte die RAF-Terroristin in Berlin

Quelle: t-online

Klettes Spur verlor sich 2019

Podcast-Moderator Khesrau Behroz zeigte sich nach Klettes Festnahme erstaunt, wie nah sein Team an der Auflösung des Falls war. Dem „RBB“ sagte er: „Wir haben uns schnell zusammengewuselt in unseren Team-Chats und geschaut, ist das tatsächlich die Frau, der wir so nahe gekommen sind in unserer zweiten Episode von ‚Legion: Most Wanted‘? Das war schon sehr überraschend in dem Augenblick.“

Das Team habe damals höchstens drei Monate Recherchearbeit in das Projekt gesteckt. Die Idee sei gewesen, vor Weihnachten eine kleine Geschichte zu erzählen. „Darüber, dass diese Frau seit über 30 Jahren gesucht wird, und natürlich auch, dass wir eine sehr spezifische Sache herausgefunden haben. Nämlich, dass sie in Kreuzberg Capoeira getanzt hat“, so Behroz.

Am Ende sei die Geschichte nach eigenen Angaben gescheitert, da das Team keine Zeit mehr gehabt habe, um die Frau zu kontaktieren und den Fall ordentlich aufzulösen. Zudem hatte sich ihre Spur ab dem Jahr 2019 verloren. Sie nahm an keinen Veranstaltungen mehr teil und es wurden auch keine Fotos mehr von ihr auf der Facebook-Seite des Vereins veröffentlicht.

Doch wie war es überhaupt dazu gekommen, dass Behroz‘ Team auf die Fotos stieß? Die Suche wurde durch einen Zuhörer einer seiner Podcasts angestoßen. Dieser hatte sich an den Moderator gewandt, um ihm von einem Treffen mit einer Frau in Köln zu erzählen, die sich ihm als Daniela Klette zu erkennen gegeben habe, eine der meistgesuchten Personen Europas.

Die Journalisten des Podcasts nutzten daraufhin Künstliche Intelligenz zur Gesichtserkennung. Bei der Frau aus Köln konnten sie zunächst keine Übereinstimmung mit alten Fahndungsbildern erkennen.

Doch sie gaben nicht auf. Hilfe bekam das Team von Michael Colborne, von dem Investigativ-Netzwerk „Bellingcat“. Der Bildanalyse-Experte setzte eine weitere Software ein, die alte Bildern der RAF-Terroristin mit ähnlichen Gesichtern im Internet verglich. So stießen die Journalisten auf eine etwas gealterte Frau in Berlin mit langen Haaren. „Es deutet sehr viel darauf hin, dass diese Frau Daniela Klette ist“, sagt Colborne in einer der Podcast-Folgen.

Die Puzzleteile passen zusammen. Nach der Festnahme bestätigte der Vorsitzende des Berliner Tanzvereins, Mestre Pim-Pim, die Identität der Frau auf den Bildern: Klette habe im Studio trainiert, sagte er zu „Bild“.

„Sie hat sich auch auf Fotos ablichten lassen“

Für Behroz wirft die Entdeckung viele neue Fragen auf. Denn Klettes Versteck sei offenbar nicht zu aufwändig gewesen. „Sie hat sich auch auf Fotos ablichten lassen. Im Podcast haben wir deshalb vermutet, es kann gar nicht sein, dass sie das wirklich ist. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass jemand, der verfolgt wird, in die Kamera schaut und lächelt“, so Behroz.

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