Ausflug ab Berlin
Kraniche und Wanderwege: Das Untere Odertal
20.09.2025 – 13:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Unweit von der Hauptstadt erstreckt sich eine Naturlandschaft in der Uckermark. Sie ist das einzige grenzübergreifende Schutzgebiet. Was Besucher erwartet.
Es ist der einzige Flussauen-Nationalpark Deutschlands und liegt nicht weit von Berlin entfernt: Der Nationalpark Unteres Odertal. An der Grenze zu Polen erstreckt sich ein Gebiet mit Weiden, Poldern, seltenen Tierarten und einer Auenlandschaft.
Er ist zudem das einzige grenzüberschreitende Schutzgebiet, denn der Park liegt sowohl auf der deutschen als auch auf der polnischen Seite. Der Nationalpark Unteres Odertal wurde 1995 durch das brandenburgische Nationalparkgesetz ins Leben gerufen. Mit einer Gesetzesnovelle im Jahr 2006 wurde die Akzeptanz in der Region gestärkt, indem die Bevölkerung stärker in die Entwicklung und den Schutz des Gebiets einbezogen wurde.
Geprägt ist das Gebiet durch Polderlandschaften, also tiefer gelegte Deiche, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Hochwasserschutz nach holländischem Vorbild angelegt wurden. Es beherbergt seltene Tiere wie Fischotter, Trauerseeschwalbe oder Rohrdommel und dient zahlreichen Zugvögeln – darunter Kranichen und Singschwänen – als Rastplatz.
Jedes Jahr ziehen rund 200.000 Wasservögel durch das Odergebiet und lassen sich für eine Zeit dort nieder, darunter Kraniche und Wachtelkönige. Aber auch Tiere wie der Rothirsch und der Otter sind hier heimisch.
Es gibt mehrere Erlebnis- und Themenpfade im Nationalpark. Auf dem Quellerlebnispfad müssen Interessierte beispielsweise auf Bohlenwegen ein Hangquellmoor und einen Quellsumpf durchqueren. Der sogenannte Knüppeldamm gibt Einblicke in das Leben der Wölfe, die seit ein paar Jahren wieder im Odertal gesichtet werden. Beide Pfade sind Teil des „Wilden Waldwegs“, eines Wanderweges, der durch die Densenberge führt.
Für Radfahrer gibt es ein ausgebautes Netz von deutlich über 160 km Radwegen, unter anderem Teil des Oder-Neiße-Radwegs und des Uckermärkischen Radrundweges. Die Wege führen durch Deichlandschaften und die Nasspolder.
Beim Kanufahren bietet sich die Möglichkeit, das Tal vom Wasser aus zu entdecken: Es gibt mehrere geführte Kanutouren in den Altwässern, Polderlandschaften und Gewässerlabyrinthen, die Einblick in Tier- und Pflanzenwelt erlauben. Die Kanutouren sind zwischen Mitte Juli und Mitte November erlaubt, in der Brutzeit ist das Befahren zu gewissen Zeiten eingeschränkt.
