Was passiert, wenn die Nordsee erreicht ist, scheint im Augenblick auch den Helfern noch nicht ganz klar zu sein. Um sicher zurück in heimische Gefilde zu kommen, müsste Timmy eigentlich noch bis zum Atlantik gebracht werden. Bisherigen Aussagen der Retter zufolge ist es wohl nicht gänzlich ausgeschlossen, dass dieser Versuch auch tatsächlich unternommen wird. Aber inwiefern die Barge hochseetauglich ist, ist bisher nicht klar beantwortet.

Sicher ist: Am Bestimmungsort soll Timmy freigelassen werden. Die Helfer hoffen, dass er sich gesundheitlich bis dahin weiter erholt hat. Das Meerwasser werde entlang des Weges allmählich immer salzhaltiger, sagte Bohnsack. Dies werde dem Tier guttun.

Wenn es so weit ist, kann die Barge dem technischen Leiter der Initiative zufolge geneigt werden, sodass der Wal animiert wird, loszuschwimmen. Dies soll ganz langsam und allmählich geschehen, die Initiative habe nicht vor, Timmy einfach schnell abzuladen, sagte Bohnsack.

Und dann wird es spannend: Ist der Wal so weit gestärkt, dass er in der Lage ist, loszuschwimmen? Der Walexperte Fabian Ritter hatte im Interview mit t-online Zweifel angemeldet: Wenn es Timmy schlecht gehe, drohe er im offenen Atlantik einfach unterzugehen. Hat er nicht mehr die Kraft, um an die Oberfläche zu kommen, würde der Wal unter Wasser qualvoll ersticken.

Der Wal müsse in der Barge wohl fixiert werden, hatte Ritter gemutmaßt. Nur so könne verhindert werden, dass er sich während der Fahrt selbst verletzt, wenn er in Panik gerät. Bei einer Fixierung würden allerdings wohl Timmys Muskeln übersäuern – was für ein Losschwimmen im Meer schlecht wäre.

Bisher wurde Timmy allerdings nicht fixiert: Er fühle sich in der Barge offenbar pudelwohl, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Platz scheint der Wal Luftaufnahmen zufolge auch reichlich zu haben – sodass er wie schon auf seiner Sandbank vor Poel weiter Flipper und Fluke bewegen könnte und im günstigsten Fall mit jedem Tag der Reise trainierter und fitter wird.

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