„Fortschrittsmonitor 2026“

Diese Zahl bremst die Wärmewende


04.06.2026 – 12:53 UhrLesedauer: 2 Min.

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Außeneinheit einer Wärmepumpe vor einem Wohnhaus: Das Heizsystem wird seltener verbaut als geplant. (Quelle: IMAGO/Guido Schiefer/imago)

Zu wenige Wärmepumpen, kaum Fortschritt bei Fernwärme: Die Wärmewende in Deutschland stagniert. Ein aktueller Report macht das Ausmaß der Lücke deutlich.

Nicht nur die Energie-, sondern auch die Wärmewende kommt in Deutschland nur schleppend voran. Das zeigt der aktuelle „Fortschrittsmonitor 2026“ des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der jährlich erscheint. Zwar gibt es in einzelnen Bereichen Fortschritte. Doch insgesamt bleibt der Umbau des Wärmemarkts hinter den politischen Zielen zurück.

2,2 Millionen Wärmepumpen

Besonders deutlich wird die Lücke beim Heizungstausch: 2025 wurden rund 233.000 neue Heizungswärmepumpen installiert. Damit wuchs der Bestand auf etwa 2,2 Millionen Geräte. Trotz des Anstiegs blieb der Zubau unter dem Niveau, das nötig wäre, um die politischen Zielmarken der Bundesregierung von 500.000 Wärmepumpen pro Jahr und sechs Millionen im Jahr 2030 zu erreichen.

Auch bei der Fernwärme bleibt laut den Studienautoren die Entwicklung hinter den Möglichkeiten zurück. Da Fernwärme zu einem hohen Anteil klimaneutrale Wärme aufweist, leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende. Doch im Jahr 2025 wurden lediglich 0,1 Prozent mehr Wohngebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen. Vorreiter sind hier Neubauten. Für einen schnelleren Ausbau der Technik bedarf es jedoch passender Förderkonzepte und Rahmenvorgaben seitens der Regierung.

Es gibt aber auch positive Entwicklungen bei der Wärmewende: So haben 2025 mehr als die Hälfte der Städte mit über 100.000 Einwohnern ihre kommunale Wärmeplanung bereits abgeschlossen.

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Und auch bei der erneuerbaren Wärme sind Fortschritte erkennbar – wenn auch nur kleine. Laut Fortschrittsmonitor stieg der Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme an der Wärmeversorgung leicht auf 20,7 Prozent. Für 2030 sind 32 Prozent vorgesehen.

Wird die Wärmewende klappen?

Der BDEW betont, dass die Wärmewende nur dann schneller vorankommt, wenn die Rahmenbedingungen verlässlich bleiben. Dazu zählen vor allem Planungssicherheit, bezahlbare Strompreise für den Betrieb von Wärmepumpen und ein konsequenter Ausbau der Infrastruktur – wie etwa Strom- und Wärmenetze – sowie die technische Einbindung neuer Heizsysteme. Denn nur wenn der Gebäudesektor schneller umgestellt wird, lassen sich die Klimaziele insgesamt erreichen.

Neben den Wärmepumpen spielen auch andere Technologien eine Rolle. So wächst der Einsatz erneuerbarer Wärmequellen weiter, etwa durch Solarthermie, Geothermie, Umweltwärme und Abwärme. Der Fortschrittsmonitor macht jedoch deutlich: Der Umbau des Wärmesektors bleibt eine der großen Aufgaben der kommenden Jahre.

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