Frag t-online
Welche Wärmepumpe ist die Beste?
21.05.2026 – 07:11 UhrLesedauer: 3 Min.

Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Wahl der richtigen Wärmepumpe.
Deutschland steckt mitten in der Wärmewende, das heißt: Wer heute eine neue Heizung kauft, denkt etwas länger darüber nach, welche Anlage die beste Wahl sein wird. Denn fossile Brennstoffe werden immer teurer und gelten nach Ukraine- und Iran-Krieg als risikoreich. Zudem müssen in Zukunft bei Öl- und Gasheizungen grünes Gas beziehungsweise grünes Heizöl beigemischt werden, deren Kosten ebenfalls unklar sind.
Viele Menschen entscheiden sich deshalb in Deutschland mittlerweile für eine Wärmepumpe. Fast 300.000 Mal wurde diese Heizung im Jahr 2025 verkauft. Erstmals wurde damit die Gasheizung vom Thron der Lieblingsheizungen in Deutschland gestoßen.
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Es gibt aber nicht „die“ Wärmepumpe, sondern mehrere verschiedene. Ein t-online-Leser wollte wissen: „Welche Variante ist besser? Luft-Luft oder Luft-Wasser? Oder etwas ganz anderes?“
Diese Wärmepumpenarten gibt es
Welche Heizung in Ihrem Haus die beste ist, kann am besten ein Energieberater sagen. Ganz grundsätzlich unterscheidet man aber zwischen vier Wärmepumpenarten:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe
- Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe)
- Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasserwärmepumpe)
- Luft-Luft-Wärmepumpe (Klimaanlage)
Diese vier Systeme unterscheiden sich im Wesentlichen hinsichtlich Kosten und Effizienz. Nicht alle sind auf allen Grundstücken installierbar: Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen holen die Wärme aus dem Erdreich und benötigen daher eine Sonde in die Tiefe. Dazu sind in der Regel ein größeres Grundstück und ein Keller vonnöten. Des Weiteren sind die nötigen Bohrungen teuer und genehmigungspflichtig. So gibt es zum Beispiel Wasserschutzgebiete, die Brunnenbohrungen für Wasser-Wasser-Wärmepumpen untersagen.
In der Regel sind Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen aber effizienter als Luft-Wasser- oder Luft-Luft-Wärmepumpen. Das liegt daran, dass die Temperaturen im Erdreich und Grundwasser stabiler sind als die Umgebungsluft, sodass sich die höheren Anschaffungskosten durch niedrigere Betriebskosten auszahlen können.
Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die gängigste Wahl
Die meisten Haushalte entscheiden sich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe: Das ist das System, das die meisten Menschen unter einer Wärmepumpe verstehen. Sie sind günstiger als die oben genannten Systeme und können fast überall eingesetzt werden. Es gibt auch immer mehr kleine Luft-Wasser-Wärmepumpen, die für Wohnungen als Ersatz für eine Gasetagenheizung infrage kommen. Es braucht aber Platz für die Außeneinheit, zum Beispiel auf einem Balkon oder an der Hausfassade. Die Außeneinheit verursacht zudem Geräusche, da die Ventilatoren die Wärme aus der Umgebungsluft ziehen. Das kann ein Nachteil sein. Dem können Eigentümer mit Schallschutzmaßnahmen begegnen.
