NEW YORK (DPA) – Deutschlands Außenminister Johann Wadephul hat die Vereinten Nationen aufgefordert, zu ihren Gründungsprinzipien zurückzukehren. „Wir alle würden nur in einer Welt verlieren, in der möglicherweise die internationalen Regeln veraltet sind, eine Welt, in der Verträge nur für die Schwachen verbindlich sind – und in der der Krieg die Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln ist“, warnte Wadephul in seiner Rede vor der UN -Generalversammlung in New York. „Eine solche Welt würde letztendlich mit Gewalt regiert werden.“
Wadephul forderte Respekt vor den Prinzipien und Zielen der UN -Charta und betonte, dass alle Mitglieder verpflichtet waren, diese aufrechtzuerhalten. Achtzig Jahre nach ihrer Stiftung stand die Vereinten Nationen vor großen Herausforderungen, sagte Wadephul und identifizierte die Haushaltskrise, eine Krise im Multilateralismus und einen Mangel an Respekt vor dem Völkerrecht. Er gab auch einen dringenden Aufruf zur Reformen an die UN. „Jetzt brauchen wir mehr denn je, dass unsere Vereinten Nationen für Zwecke fit sind“, sagte er und forderte zusätzliche dauerhafte und nicht permanente Sitze im Sicherheitsrat, um die Realitäten der Welt widerzuspiegeln. Die zusätzlichen dauerhaften Sitze sollten heute in Regionen gehen, sagte Wadephul, insbesondere Afrika, Asien und Lateinamerika.
Der Außenminister sprach auch die Deutschlands Kandidatur für einen der nicht permanenten Sitze des Sicherheitsrates für die Sitzung 2027–2028 an. Wahlen finden im Sommer 2026 statt. In dem, was Wadephul als „eine Zeit beispielloser Instabilität und Umwälzung“ bezeichnete, hatte Deutschland drei zentrale Ziele: Gerechtigkeit, Frieden und Respekt. Diese Werte seien seit Jahrzehnten im Mittelpunkt der Arbeit Deutschlands bei den Vereinten Nationen, sagte er.
