Autokonzern in der Krise
Stellenabbau: VW-Chef nennt erstmals Zahlen
Aktualisiert am 13.07.2026 – 12:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Beim zweitgrößten Autohersteller der Welt brodelt es gewaltig. Jetzt wendet sich CEO Oliver Blume an die Angestellten und überbringt schlechte Nachrichten.
Volkswagen-Chef Oliver Blume hat den Beschäftigten erstmals eine konkrete Größenordnung für den geplanten Stellenabbau genannt. Zusätzlich zu den bereits vereinbarten rund 50.000 Stellen könnten weltweit weitere 50.000 Arbeitsplätze wegfallen. Damit würde der Konzern binnen weniger Jahre insgesamt rund 100.000 Stellen abbauen, die meisten davon in Deutschland.
Blume nannte die Zahl in einem Interview im internen VW-Intranet, das mehreren Medien vorliegt. Der Konzernchef reagiert damit mit Verspätung auf die Forderung des Betriebsrats, die Belegschaft über die Sparpläne zu informieren. Eine dafür gesetzte Frist war bereits am Freitag abgelaufen.
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Die Zahl von insgesamt bis zu 100.000 Stellen war schon in der vergangenen Woche durch Medienberichte bekannt geworden. Der Vorstand hatte den entsprechenden Zukunftsplan allerdings weder öffentlich noch gegenüber der Belegschaft im Detail vorgestellt. In einer Sitzung im Aufsichtsrat fiel das Vorhaben Berichten zufolge jedoch durch, weil Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen dagegen stimmten.
100.000 Stellen könnten verschwinden
Die zusätzlichen Einschnitte leitet Blume aus den Gemeinkosten des Konzerns ab. Dazu zählen Ausgaben für Verwaltung, Infrastruktur und die Unterstützung des Kerngeschäfts. Diese Kosten lägen bei Volkswagen rund 20 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen.
„Da die Hälfte der Gemeinkosten aus den Personalkosten resultiert, würde eine theoretische Ableitung ohne Veränderung der Arbeitskosten rund 50.000 Stellen weltweit ergeben“, erklärte Blume. Der genaue Umfang des Abbaus stehe jedoch noch nicht fest.
Derzeit werde in allen Marken, Gesellschaften und Regionen geprüft, welche Anpassungen „tatsächlich nötig und möglich“ seien. „Sobald Entscheidungen getroffen werden, informieren wir transparent und umfassend“, kündigte Blume an.
Sinken die Arbeitskosten je Beschäftigten auf andere Weise, könnte der Stellenabbau geringer ausfallen. „Diesen Hebel müssen wir ebenfalls ziehen“, erklärte der Konzernchef. Blume deutete damit an, dass Volkswagen neben einem Abbau von Stellen auch über andere Einschnitte bei den Personalkosten verhandeln will.
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Die zusätzlich gefährdeten Stellen kämen zu den rund 50.000 Arbeitsplätzen hinzu, deren Abbau bei Volkswagen, Audi und weiteren Konzernmarken bis 2030 bereits vereinbart ist. Dieses Ziel werde bis Ende des Jahres voraussichtlich zu mehr als der Hälfte erreicht, erklärte Blume.
